NewsAuslandUnicef ruft Eltern auf Philippinen zu Masernimpfung auf
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Unicef ruft Eltern auf Philippinen zu Masernimpfung auf

Montag, 11. Februar 2019

/dpa

Manila – Nach einem Masernausbruch auf den Philippinen mit bisher mehr als 20 Toten hat das UN-Kinderhilfswerk Unicef Eltern in dem Land aufgerufen, ihre Kinder gegen die Krankheit impfen zu lassen.

„Masern können für Kinder tödlich sein und zu langfristigen Komplikationen und Behinderungen führen“, warnte die stellvertretende Unicef-Landesdirektorin Julia Rees. Obwohl die Impfung in staatlichen Einrichtungen kostenlos sei, seien zu wenige Kinder geschützt, beklagte Rees. „Der Masernimpfstoff ist sicher und wirksam und auf den Philippinen seit über 40 Jahren erfolgreich genutzt worden, betonte sie.

Anzeige

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden grassiert die Krankheit sowohl im Großraum Manila als auch in anderen Provinzen. Allein in der Hauptstadt-Region wurden seit Beginn des Jahres mehr als 440 Fälle gemeldet. Die Regierung des südostasiatischen Inselstaats führt die hohe Zahl an Erkrankungen auch auf einen Impfskandal zurück.

Dieser geht zurück auf Ende des Jahres 2017. Damals hatten die philippinischen Behörden rund 837.000 Schüler mit Dengvaxia geimpft. Der Hersteller des Impfstoffs, der französische Pharmakonzern Sanofi, sorgte dann aber für Panik mit einer Warnung vor schweren Nebenwirkungen für Menschen, die noch nicht an Denguefieber erkrankt waren.

Sanofi stellte zwar klar, dass Dengvaxia sicher sei. Die Behörden stoppten dennoch die Impfkampagne. Das versetzte zahllose Eltern in Angst um die Gesundheit ihrer Kinder, wenn diese geimpft werden sollten. Das hatte offenbar auch Auswirkungen auf die Masernimpfungen im Land.

Deshalb lassen viele Eltern ihre Kinder generell nicht mehr impfen, auch nicht gegen Masern. Insgesamt hatten in den Jahren 2016/17 mehr als 830.000 philippinische Kinder den Dengueimpfstoff bekommen, bis die Regierung das Programm schließlich aussetzte. Der Konzern nahm das Mittel inzwischen aus dem Verkauf. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. April 2019
Iarintsena – An der seit Monaten andauernden Masernepidemie in Madagaskar sind mittlerweile mehr als 1.200 Menschen gestorben. Mit rund 120.000 Erkrankungen seit September ist der Ausbruch in dem
Masern zeigen in Madagaskar verheerende Macht
16. April 2019
Berlin – Der Impfexperte des Robert-Koch-Instituts (RKI), Ole Wichmann, hält eine Pflicht zur Impfung gegen Masern nicht für sinnvoll. Bei Masern gebe es vor allem Impflücken bei Jugendlichen und
RKI-Impfexperte bezweifelt Sinnhaftigkeit von Masernimpfpflicht
16. April 2019
Genf – Die Zahl der Masernfälle ist weltweit drastisch gestiegen. Sie vervierfachte sich im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie die Welt­gesund­heits­organi­sation WHO gestern
Zahl der Masernfälle weltweit hat sich vervierfacht
11. April 2019
Potsdam – Die Delegierten der Lan­des­ärz­te­kam­mer (LÄK) Brandenburg haben sich für eine bundesweite Masernimpfpflicht ausgesprochen. Aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht gebe es keine gleichwertige
Landesärztekammer Brandenburg für Masernimpfpflicht
10. April 2019
New York – Angesichts mehrerer hundert Masernfälle hat der Bürgermeister von New York für Teile des Bezirks Brooklyn den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Jeder, der dort lebe, müsse sich impfen lassen,
New York ruft Impfpflicht gegen Masern für Teile Brooklyns aus
9. April 2019
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) lehnt eine Impfpflicht für Masern ab, „weil ihr Nutzen unklar und sie womöglich nicht geeignet ist, das Ziel höherer
Allgemeinmediziner befürworten Impfpflicht für Masern nicht
8. April 2019
Sydney – Nach dem jüngsten Masernausbruch hat die australische Regierung heute eine Aufklärungskampagne gestartet. Er sei besorgt wegen des Anstiegs der Fallzahlen und wolle sicherstellen, dass die
LNS
NEWSLETTER