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Bundesamt für Strahlenschutz hält Mobilfunkstrahlen weiter für unbedenklich

Montag, 11. Februar 2019

/carballo, stockadobecom

Salzgitter – Auch nach einer jüngst veröffentlichten Studie des US-amerikanischen National Toxicology Programs (NTP) hält das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die elektromagnetische Strahlung von Mobiltelefonen weiterhin für gesundheitlich unbedenklich.

Das NTP hatte die Ergebnisse einer Langzeitstudie an Mäusen und Ratten zu den Risiken von Mobilfunkfeldern Ende 2018 veröffentlicht. Die NTP-Autoren ziehen darin den Schluss, dass es bei männlichen Ratten unter hohen Ganzkörperexpositionen klare Belege für einen Zusammenhang zwischen intensiver Mobilfunkstrahlung und der Entstehung von Tumoren am Herzen gebe.

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Etwas schwächer werteten die Forscher den Zusammenhang mit der Entstehung von Hirntumoren und Erkrankungen des Nebennierenmarks. Bei weiblichen Ratten sowie weiblichen und männlichen Mäusen finden sich für die drei genannten Erkrankungen entweder keine erhöhten Risiken oder sie wurden als fragwürdig eingestuft.

Nach Einschätzung des BfS liefert diese Studie aber keine aussagekräftigen Belege, dass Handystrahlung das Krebsrisiko beim Menschen erhöht. Das liege insbesondere daran, dass die Ratten und Mäuse im Tierversuch am gesamten Körper deutlich höheren Strahlungsintensitäten ausgesetzt gewesen seien, als dies im Alltag beim Menschen der Fall sei, so das Bundesamt.

Aus Sicht des BfS weist die Untersuchung eine Reihe von Schwächen und Unklarheiten auf, die ihre Aussagekraft einschränken und eine Bewertung erschweren. Beispiels­weise konnte nicht abschließend geklärt werden, ob bei den hohen Ganzkörper­expositionen womöglich thermischer Stress der Grund für die auffälligen Ergebnisse gewesen sein könnte. Thermischer Stress ist eine Folge von erhöhten Körper­temperaturen, die bekanntermaßen zu gesundheitlichen Effekten führen können.

Die BfS-Wissenschaftler betonen, dass sich die hohen Ganzkörperexpositionen und die damit verbundenen thermischen Effekte nicht auf die heutige Mobilfunknutzung übertragen lassen. Da Menschen durch Mobilfunk am gesamten Körper deutlich niedrigeren Strahlungsintensitäten ausgesetzt sind, als dies bei den Versuchstieren der Fall war, können dadurch keine relevant erhöhten Körpertemperaturen ausgelöst werden. „Messungen zufolge liegen die im menschlichen Körper hervorgerufenen Ganzkörperwerte mindestens drei Größenordnungen (Faktor 1.000) unter denen der Versuchstiere“, hieß es aus dem BfS.

„Die NTP-Studie liefert aus unserer Sicht keinen Beleg für ein erhöhtes Krebsrisiko durch Mobilfunkstrahlung beim Menschen“, zog die BfS-Präsidentin, Inge Paulini, ein Fazit. Dennoch gebe es weiterhin Unsicherheit bei der Risikobewertung einer jahrelangen Handynutzung. „Bis neue Erkenntnisse vorliegen, raten wir weiterhin dazu, das Mobiltelefon umsichtig zu benutzen“, sagte Paulini. © hil/aerzteblatt.de

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