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Weiter Lücken bei Gesundheitskontrolle von Schülern in Mecklen­­burg-Vorpommern

Dienstag, 12. Februar 2019

/dpa

Schwerin – Die obligatorische Gesundheitskontrolle bei Schülern weist in Mecklen­burg-Vorpommern weiterhin erhebliche Lücken auf. Trotz leichter Verbesserungen blieben auch im Schuljahr 2017/2018 zahlreiche Kinder und Jugendliche bei den schulärztlichen Untersuchungen außen vor.

Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, wurden nur 70 Prozent der Viert- und 45 Prozent der Achtklässler von Amtsärzten untersucht. Und das, obwohl in Mecklenburg-Vorpommern neben der Schuleingangsuntersuchung auch Gesundheitskontrollen in den Klassen vier und acht gesetzlich vorgeschrieben sind.

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Die Statistik offenbart erneut erhebliche regionale Unterschiede. Während im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte alle Viert- und 76 Prozent der Achtklässler untersucht wurden, waren es im Kreis Ludwigslust-Parchim lediglich 57 und 5 Prozent. Auch in den Landkreisen Rostock und Nordwestmecklenburg lagen die Quoten mit Werten zwischen 66 und 22 Prozent sehr niedrig. Probleme gab es auch in Schwerin, für Rostock lagen keine Daten vor. Solche Lücken bei Schuluntersuchungen seien skandalös und nicht akzeptabel, sagte Linksfraktionschefin Simone Oldenburg in Schwerin.

Alter spielte eine Rolle

Je älter die Kinder seien, umso schlechter sei die Untersuchungsquote. So sei bei den Schülern der Klassen 7 bis 12 im Landesdurchschnitt nicht einmal jeder dritte untersucht worden. „Die Landesregierung darf nicht zuschauen, wie der öffentliche Gesundheitssektor mitsamt seinen Aufgaben den Bach runtergeht. Die Situation ist bereits jetzt dramatisch“, betonte die Oppositionspolitikerin.

Kreise und kreisfreie Städte müssten in die Lage versetzt werden, Ärzte und deren Mitarbeiter im Öffentlichen Gesundheitsdienst besser vergüten zu können als bisher, forderte Oldenburg. Früheren Angaben zufolge war ein Zehntel der landesweit etwa 70 Amtsarztstellen nicht besetzt. Diese Mediziner sind auch für die Einschulungs­untersuchungen und die vorgeschriebenen Gesundheitskontrollen bei Kindern zuständig.

Wie eine Sprecherin des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums mitteilte, ist es bundesweit schwierig, Ärzte für eine Tätigkeit im öffentlichen Gesundheitsdienst zu gewinnen. Als einen Grund nannte sie Einkommensunterschiede etwa zu Medizinern in Kliniken, Praxen oder beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen.

Minister Harry Glawe (CDU) habe daher bereits bei der Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz im Juni 2018 gefordert, die Besoldung für Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst an die Vergütung in Krankenhäusern anzupassen. Dies falle aber in die Zuständigkeit der kommunalen Arbeitgeberverbände und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder.

Laut Ge­sund­heits­mi­nis­terium machen die Kinder- und Jugendärzte der Gesundheitsämter auch zusätzliche Untersuchungen im Vorschulalter bei Kindern zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr. Erfasst würden insbesondere Kinder, bei denen Erzieherinnen erhebliche Abweichungen im kindlichen Entwicklungsprozess feststellten. Nach fachlicher Diagnose könnten dann noch vor Beginn des Schulbesuchs therapeutische oder Fördermaßnahmen eingeleitet werden, hieß es.

Wie wichtig die Untersuchungen sind, zeigt der Blick auf die Statistik. Demnach wurde bei den Schuleingangsuntersuchungen im Vorjahr bei jedem siebten Schulanfänger Übergewicht festgestellt. Ein Teil dieser Erstklässler litt unter Fettleibigkeit, die zu schweren Gesundheitsschäden wie Diabetes führen kann, wenn sie unbehandelt bleibt. Bei jedem fünften Schulanfänger diagnostizieren die Ärzte Sprachstörungen, die eine Behandlung nahelegten. © dpa/aerzteblatt.de

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