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Medizin

Weltweit mehr als 817.000 Tote durch Suizid

Dienstag, 12. Februar 2019

/Jamrooferpix, stockadobecom

Seattle – Die absolute Zahl der Suizidtoten ist zwischen 1990 und 2016 weltweit um 6,7 % auf 817.000 pro Jahr gestiegen. Das Bevölkerungswachstum eingerechnet ist die Mortalität durch Suizid damit altersbereinigt aber um rund ein Drittel gesunken. Zu diesen Ergebnissen kommt ein internationales Forscherteam um den Epidemiologen Mohsen Naghavi vom Institute for Health Metrics and Evaluation der University of Washington im British Medical Journal (2019; doi: 10.1136/bmj.l94). 

Die Auswertung, die auf Zahlen der Global Burden of Disease Study 2016 beruht, zeigt, dass Männer eine höhere Sterblichkeitsrate bei Suizid hatten als Frauen und dass höhere Raten tendenziell mit einem höheren Maß an sozialer und wirtschaftlicher Benachteiligung verbunden waren.

Suizid war die Hauptursache für altersgerechte Lebensjahre, die in der einkommens­starken Region Asien-Pazifik verloren gingen, und gehört zu den 10 wichtigsten Todesursachen in Osteuropa, Mitteleuropa, im einkommensstarken Asien-Pazifik-Raum, in Australasien und in Nordamerika. 

Suizid sei nach wie vor eine wichtige Todesursache in den meisten Ländern der Welt, aber es sei vielversprechend, dass sowohl die weltweit standardisierte Sterblichkeits­rate im Alter als auch die durch Suizid verlorene Lebenserwartung zwischen 1990 und 2016 um ein Drittel gesunken seien, schreiben die Autoren.

Die Autoren weisen darauf hin, dass die Welt­gesund­heits­organi­sation die Suizid­mortalität zwischen 2015 und 2030 um ein Drittel senken will. Es sei daher besonders wichtig, die am stärksten gefährdeten Personen zu identifizieren und die nationalen Präventionsbemühungen darauf auszurichten. Allerdings deuteten die Ergebnisse der jetzt vorliegenden Studie darauf hin, dass die Suizidtrends in den einzelnen Ländern und zwischen verschiedenen sozialen Gruppen sehr unterschiedlich sind, was weitere Forschung nötig mache.

In einem Leitartikel zum Thema stimmt Ellicott Matthay von der University of California, San Francisco, zu, dass die Ergebnisse der Studie mit einiger Vorsicht interpretiert werden sollten. Die Ergebnisse könnten sich aber dennoch für Regierungen, internationale Organisationen, Spender, Bürgerorganisationen, Ärzte und die Öffentlichkeit als nützlich erweisen, um die Orte und Gruppen mit dem höchsten Selbstverlustrisiko zu identifizieren und Prioritäten für Maßnahmen zu setzen, insbesondere für Länder ohne vollständige Registrierungssysteme, schreibt sie. © rme/aerzteblatt.de

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