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EU fördert neurowissen­schaftliche Forschung in Göttingen

Dienstag, 12. Februar 2019

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Brüssel/Göttingen – Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert die neurowissen­schaftliche Forschung in Göttingen mit zwei ERC-Grants in Höhe von rund 1,9 und 1,3 Millionen Euro.

Caspar Schwiedrzik, Gruppenleiter am European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G) und am Deutschen Primatenzentrum (DPZ), erhält den Starting Grant des Europäischen Forschungsrats für seinen Projektantrag „Specificity or generalization? Neural mechanisms for perceptual learning with variability (VarPL)“.

Das Projekt untersucht, wie das Sehen durch variable Signale aus der Umwelt beeinflusst wird und wie darüber die Wahrnehmung verbessert werden kann. Für seine Forschung vergleicht Schwiedrzik die neuronalen Grundlagen des Lernens bei Menschen und Rhesusaffen. Dabei kombiniert er Verhaltensversuche mit Magnet­resonanztomografie und extrazellulären elektrophysiologischen Untersuchungen, die die Aktivität einzelner Nervenzellen messen.

Brett Carter, Gruppenleiter am European Neuroscience Institute Göttingen (ENI-G), erhält den Starting Grant für seinen Projektantrag „Novel NMDA receptor signaling in cortical synaptic depression (No-velNMDA)“. Ziel dieses Projektes ist es, die zellulären Prozesse der Signalgebung zu verstehen, die synaptischen Veränderungen als Reaktion auf Erfahrungen zugrunde liegen.

In der Hirnrinde von Säugern wird bei Aktivierung von Nervenzellen bevorzugt Glutamat als Neurotransmitter an den Synapsen freigesetzt. Diese Moleküle werden von Rezeptoren, unter anderem von dem NMDA-Rezeptor, als Signale weitergeleitet. Die Signalgebung durch diesen Rezeptor ist wichtig für die synaptische Plastizität, den zellulären Prozess, der Lernvorgängen und Gedächtnis zugrunde liegt. Carter hat eine neue Art der Signalgebung dieser NMDA-Rezeptoren entdeckt.

Mit den ERC Starting Grants will die Europäische Union Forscher mit abgeschlossener Promotion und einer vielversprechenden wissenschaftlichen Erfolgsbilanz fördern. Ziel es, Forschungstalenten in Europa frühzeitig eine Perspektive zu bieten und sie zu halten. © hil/aerzteblatt.de

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