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Orthopäden und Unfallchirurgen weisen auf unterfinanzierte Notfallversorgung hin

Mittwoch, 13. Februar 2019

/PixelPower, stockadobecom

Berlin – Auch mit den zusätzlichen Mitteln aus dem Notfallstufenkonzept des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) bleiben die Notaufnahmen der Krankenhäuser der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) zufolge unterfinanziert. „Die Vergütung der Versorgung innerhalb der Notaufnahme­strukturen ist seit Jahren nicht ausreichend und bildet nicht die hohen Vorhaltekosten ab“, sagte Dietmar Pennig, stellvertretender DGOU-Generalsekretär. 

Die vom G-BA auf den Weg gebrachte Regelung zu einem gestuften System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern sieht Verbesserungen vor: Künftig sollen Krankenhäuser der Stufe eins für die Basisnotfallversorgung 153.000 Euro, Krankenhäuser der Stufe zwei für die erweiterte Notfallversorgung 459.000 Euro und Krankenhäuser der Stufe drei für die umfassende Notfallversorgung 688.500 Euro jährlich erhalten.

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„Das liegt weit hinter unseren Erwartungen und den Notwendigkeiten“, kritisierte jedoch Andreas Seekamp, DGOU-Vorstandsmitglied und Mitglied des Fachbeirates Chirurgie in der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Insbesondere für schwerverletzte Patienten seien modernste Diagnostikeinheiten wie Ultraschall, Computertomografie und MRT sowie qualifiziertes Personal mit ausreichenden Schockraumkapazitäten für schnelle Diagnostik und Therapieentscheidungen an 365 Tagen rund um die Uhr notwendig, erinnerte er.

Die Fachgesellschaft stört sich neben der Finanzierung auch am Leitungsmodell des neuen Notfallstufenkonzeptes. Demnach verfügt der Leiter einer Notaufnahme neben seiner Facharztqualifikation über die neue Zusatzweiterbildung „Klinische Notfall- und Akutmedizin“. Ein bundesweit einheitliches Leitungsmodell ist jedoch nicht vorgesehen.

Allerdings plädiert die DGOU dafür, in jedem Fall einen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Leitung einer Notaufnahme zu beteiligen. Sie verweist auf eine Auswertung von der Daten von 524.716 Notfallpatienten im Stadtgebiet München (Der Unfallchirurg 2019; doi: 10.1007/s00113-018-0577-5). Danach mussten 43 Prozent der Notfallpatienten am Muskel-Skelett-System behandelt werden.

Bei den meisten Fällen handelt es sich um Verletzungen. „O und U ist ein wesentlicher Bestandteil in der Notfallmedizin. Dem müssen wir mit orthopädischer und unfallchirurgischer Fachkompetenz und gut ausgestatteten Notaufnahmen begegnen“, sagte Paul Alfred Grützner, Präsident der DGOU und der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). © hil/aerzteblatt.de

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