NewsAuslandGlyphosat-Streit: EU will mehr Transparenz bei Zulassungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Glyphosat-Streit: EU will mehr Transparenz bei Zulassungen

Dienstag, 12. Februar 2019

/dpa

Straßburg – Nach der umstrittenen Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat in Europa sollen Genehmigungen für Lebensmittel und Pestizide transparenter werden. Auf einen entsprechenden Kompromiss einigten sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments. Die Einigung soll sicherstellen, dass die für die Zulassung herangezogenen Studien verlässlich und unabhängig sind.

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat war 2017 in der EU nach monatelangem Streit für weitere fünf Jahre zugelassen worden. Gegen das Mittel hatte es vor allem in Deutschland Proteste gegeben. Es steht unter dem Verdacht, krebserregend zu sein. Zuletzt wurden im EU-Parlament auch Vorwürfe laut, die zuständige Prüfbehörde – das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung – habe in ihrer Risikobewertung von der Industrie abgeschrieben.

Anzeige

Der nun gefundene Kompromiss sieht vor, dass die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa bei der Zulassung von Produkten vorab über alle vorliegenden Studien informiert wird. So soll Herstellern die Möglichkeit genommen werden, unliebsame Studien unter Verschluss zu halten. Bei Zweifeln an den von den Unternehmen erbrachten Nachweisen soll die Behörde auch selbst Studien in Auftrag geben können.

Bürger sollen ebenfalls Zugriff auf die Studien bekommen. Nur in besonderen Fällen können Informationen geheimgehalten werden – etwa, wenn deren Veröffentlichung den Unternehmen gravierenden wirtschaftlichen Schaden zufügen könnte. Bevor die neuen Regeln in Kraft treten können, müssen formell noch das EU-Parlament und der Rat der Mitgliedstaaten grünes Licht geben. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

20. Mai 2019
Berlin – Mehr als 50 Organisationen, Menschenrechtsinitiativen und Experten aus dem Gesundheitsbereich haben vor einer gezielten Angstmache durch die AfD vor der Europawahl gewarnt. Mit ihrem
Organisationen aus Gesundheitsbereich warnen vor Angstmache durch AfD vor Europawahl
16. Mai 2019
Brüssel – Der Kampf für den Klimaschutz sorgt im Wahlkampf für die Europwahl kommende Woche für Zündstoff. Die Grünen und Sozialdemokraten forderten bei einer Debatte der Spitzenkandidaten in Brüssel
Europawahl: Kandidaten streiten über Klimaschutz
14. Mai 2019
Oakland – Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer hat in den USA auch den dritten wichtigen Prozess um angeblich krebserregende Produkte der Tochter Monsanto verloren. Die Geschworenenjury des
Bayer verliert dritten US-Glyphosat-Prozess
10. Mai 2019
Sibiu/Berlin – Die zögerliche Haltung Deutschlands und anderer EU-Staaten beim Klimaschutz trifft auf scharfe Kritik. Nach dem EU-Gipfel in Sibiu warf das Umweltbündnis Climate Action Network den
Zögerlicher EU-Klimaschutz trifft auf scharfe Kritik
9. Mai 2019
Berlin – Am 26. Mai haben die Bürger in Deutschland die Chance, ein neues Europaparlament zu wählen. Warum die Europäische Union und die Stimme der Ärzte auf europäischer Ebene so wichtig sind, sagt
„Es gibt einige Themen, bei denen es sinnvoll ist, wenn Brüssel sich einmischt“
30. April 2019
Pullman – Ein neuer Aspekt könnte die Debatte um Glyphosat vorantreiben und die Risikoeinschätzung von Umweltgiften erweitern. Das zumindest erhoffen sich Forscher um Michael Skinner von der
Diskussion um transgenerationellen Effekt bei Glyphosat
30. April 2019
Genf – Das giftige Pflanzenschutzmittel Dicofol wird weltweit aus dem Verkehr gezogen. Darauf einigten sich gut 150 Staaten in Genf, wie ein Sprecher des Sekretariats der Stockholmer Konvention über
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER