NewsPolitikFDP und AfD wollen Überkreuz-Organ­spende erlauben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

FDP und AfD wollen Überkreuz-Organ­spende erlauben

Dienstag, 12. Februar 2019

/dpa

Berlin – FDP und AfD wollen Überkreuz-Organspenden zwischen zwei Paaren ermöglichen. Dafür haben die Bundestagsfraktionen beider Parteien getrennt voneinander Vorschläge ausgearbeitet, die übermorgen im Plenum vorgestellt werden sollen.

Von einer solchen Möglichkeit würden Menschen profitieren, die zwar einen Angehörigen oder Partner haben, der ihnen eine Niere spenden würde, bei denen eine Transplantation jedoch aufgrund von Unverträglichkeiten scheitern würde. Die Idee ist nun, dass zwei geeignete Spender-Empfänger-Paare die gespendeten Organe untereinander tauschen dürfen sollen – ohne dass dafür Geld fließt.

Anzeige

Die AfD betont in ihrem Antrag, auch diese Eingriffe müssten von der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung bezahlt werden. Die FDP will, dass ehemalige Lebendspender bei der Suche nach einem Spenderorgan bevorzugt werden, „wenn sie selbst aufgrund einer Krankheit eine Transplantation benötigen“.

Die FDP-Abgeordnete Katrin Helling-Plahr sagte, dass die Überkreuz-Spende im Ausland teilweise erlaubt sei, habe zu einer „Zwei-Klassen-Medizin“ geführt. Wer es sich leisten könne, gehe für einen solchen Eingriff zurzeit ins Ausland. Gestattet ist der „Nierentausch“ unter anderem in den Niederlanden und in Spanien.

Um Organhandel zu verhindern, erlaubt der Gesetzgeber Lebendspenden nur zwischen Menschen, die eine persönliche Bindung haben. Die Nieren-Spende muss laut Transplantationsgesetz unentgeltlich und freiwillig sein. Ein prominenter Spender ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der damalige SPD-Bundestagsfraktionschef hatte seiner Ehefrau Elke Büdenbender 2010 eine Niere gespendet. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. April 2019
Berlin – Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat ein Positionspapier erarbeitet, um Ärzte beim Thema Organspende und erweitertem intensivmedizinischen
Organspende: Neue Entscheidungshilfe für Ärzte bei intensivmedizinischem Behandlungsbedarf
17. April 2019
Berlin – Eine deutsche Krankenkasse hat die Kosten für eine Lebendspende nur dann zu übernehmen, wenn diese nach dem deutschen Transplantationsgesetz zulässig ist. Dies gilt auch dann, wenn der
Kassen müssen Lebendspenden im Ausland nur bei Einhaltung deutschen Rechts bezahlen
15. April 2019
Vatikanstadt – Papst Franziskus hat für Organspenden geworben. Der Bedarf sei weiterhin hoch; eigene Organe für Kranke zur Verfügung zu stellen, entspreche nicht nur der sozialen Verantwortung,
Papst wirbt für Organspenden
5. April 2019
Augsburg – Einen weitreichenden Vorschlag zur Reform der Organspende hat die Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsökonomie (dggö) vorgelegt. Sie forderte heute in Augsburg nicht nur die Einführung
Gesundheitsökonomen wollen Organspende radikal verändern
5. April 2019
Berlin – Die Mehrheit der Bundesbürger kann sich laut einer Umfrage mit der Organspendeinitiative von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) anfreunden. In einer Befragung des
Mehrheit der Bundesbürger bevorzugt Widerspruchslösung
3. April 2019
Berlin – Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hält die von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) vorgeschlagene Widerspruchslösung bei der Organspende unter
Ehemaliger Verfassungsrichter nennt Bedingungen für Spahns Organspendemodell
1. April 2019
Berlin – Pünktlich zum Inkrafttreten der im Februar beschlossenen gesetzlichen Strukturänderungen in der Transplantationsmedizin hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) heute gemeinsam mit
LNS
NEWSLETTER