NewsMedizinWie sich Stammzellen im Gehirn in Nervenzellen verwandeln
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Wie sich Stammzellen im Gehirn in Nervenzellen verwandeln

Mittwoch, 13. Februar 2019

/vitstudio, stockadobecom

Heidelberg – Stammzellen, die sich im Gehirn zu Neuronen wandeln, können diesen Vorgang auch umkehren und sich zurück zu Stammzellen wandeln. Dies könnte ein Grund für die Entwicklung von Hirntumoren sein. Entsprechende Studienergebnisse legen Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in der Zeitschrift Nature vor (2019; doi: 10.1038/s41586-019-0888-x). 

Die Forscher um Ana Martin-Villalba verfolgten Stammzellen auf ihrem Entwicklungs­weg zu ausgereiften Nervenzellen. Die Wissenschaftler analysierten bei jedem Schritt, welche Gene eingeschaltet wurden und von welchen tatsächlich neue Proteine abgelesen wurden. 

Sie fanden heraus, dass die Stammzellgene nicht abgeschaltet, sondern weiter abgeschrieben werden –  doch nutzen die Zellen diese Abschriften nicht zur Proteinproduktion. So fehlten der Zelle diejenigen Proteine, die die Multipotenz aufrechterhalten. „Um in diesen Standbymodus zu gelangen und so den Entwicklungsweg zu einem Neuron zu starten, fahren Stammzellen das als TOR bezeichnete innere Signal zurück, das sie anregt, sich zu teilen und zu vermehren“, erläutert Martin-Villalba. 

Die Forscher stellten zu ihrer eigenen Überraschung fest, dass Stammzellen durch Ein- oder Ausschalten von TOR sich vom Stammzellstadium zum Neuron oder wieder zurück entwickeln. „So bleiben die Entscheidungen einer Stammzelle, ein Neuron zu werden, noch einige Zeit reversibel“, sagte Avni Baser, die Erstautorin der Publikation.

Wenn Stammzellen ihr TOR-Signal nicht richtig kontrollieren können, kann es folglich sein, dass sie sich wieder in Richtung Stammzellen zurückentwickeln. Dabei besteht laut den Forschern langfristig die Gefahr, dass Hirntumoren entstehen. Tatsächlich ist bei vielen Krebsarten der Spiegel des TOR-Signals deutlich erhöht. „Für einen künftigen Einsatz von Stammzellen in der Therapie und in der regenerativen Medizin ist es daher wichtig, die Kontrolle der TOR-Aktivität in Stammzellen genau zu verstehen“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

6. Juli 2020
Köln – Neuregistrierungen von potenziellen Stammzellspendern sind nach Einschätzung der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) derzeit besonders wichtig. Durch die Coronakrise hätten sich etwa 60
Neue Stammzellspender wichtiger denn je
30. Juni 2020
Cambridge und Utrecht − Britische und niederländische Forscher haben im Labor aus Stammzellen ein Embryo-artiges Gebilde geschaffen, mit dem sie laut ihrem Bericht in Nature (2020; DOI:
Gastruloide aus Stammzellen sollen die frühe Embryogenese nachstellen
12. Juni 2020
Tokio − Japanische Mediziner haben ein Neugeborenes mit Zitrullinämie Typ 1 erfolgreich mit Hepatozyten behandelt, die zuvor aus embryonalen Stammzellen gewonnen wurden. Laut einer Mitteilung
Zitrullinämie Typ 1: Angeborener Defekt im Harnstoffzyklus erfolgreich mit Stammzellen behandelt
11. Juni 2020
Tokio − In einer Weltpremiere sind einem Neugeborenen in Japan aus embryonalen Stammzellen gezüchtete Leberzellen transplantiert worden. Das Baby litt nach seiner Geburt im Oktober unter einem
Baby mit Stoffwechselerkrankung in Japan erfolgreich mit Stammzellen behandelt
8. Juni 2020
Boston − Stammzellen, die aus einer Hautprobe gewonnen und im Labor in Dopamin-produzierende Zellen „umprogrammiert“ wurden, haben anderthalb und 2 Jahre nach der Implantation in das Gehirn
Stammzelltherapie aus körpereigenen Zellen verbessert Motorik bei Parkinson-Patienten
2. Juni 2020
Cincinnati − Der monoklonale Antikörper Emapalumab, der das Zytokin Interferon Gamma neutralisiert, hat in einer Phase-2/3-Studie im New England Journal of Medicine (2020; 382: 1811-1822) bei
Emapalumab bei Kindern mit primärer hämophagozytischer Lymphohistiozytose wirksam
24. April 2020
Tübingen/Dresden – Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) plant eine Stammzellbank, in der überschüssige Blutstammzellen von unverwandten Spendern eingefroren und gelagert werden sollen. Die
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER