NewsAuslandAustralien erlaubt Flüchtlingen Behandlung in Australien
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Australien erlaubt Flüchtlingen Behandlung in Australien

Mittwoch, 13. Februar 2019

Flüchtlingslager in Nauru /dpa

Canberra – Australien erlaubt Geflüchteten aus den Lagern in Nauru und Papua Neuguinea die Einreise für ärztliche Behandlungen. Die Verabschiedung des sogenannten Medivac-Gesetzes „wird unschuldigen Menschen die Behandlung ermöglichen, die sie benötigen und verdienen“, heißt es in einer heute veröffentlichten Erklärung des Flüchtlingsdienstes der Jesuiten (JRS). „Die Australier sollten stolz darauf sein, dass wir uns als Gemeinschaft, Zivilgesellschaft und Parlament angesichts der Angstkampagne für Fairness und Menschenwürde entschieden haben", so JRS-Direktorin Carolina Gottardo.

Beide Parlamentskammern hatten am späten Dienstagabend mit den Stimmen der oppositionellen Labor-Partei, der Grünen und unabhängiger Abgeordneter das Medivac-Gesetz verabschiedet. Das Ergebnis bedeutet eine empfindliche Niederlage für die konservative Minderheitsregierung von Premierminister Scott Morrison.

Anzeige

Australien interniert Bootsflüchtlinge in Hochsicherheitslagern

Zur Abschreckung von Bootsflüchtlingen interniert Australien Asylsuchende in Hochsicherheitslagern auf dem Territorium der Inselrepublik Nauru in der Südsee sowie auf Manus in Papua Neuguinea. Teil der mit der Bedrohung der Sicherheit Australiens begründeten Abschreckungsstrategie war bisher die Weigerung, Geflüchtete zur medizinischen Behandlung nach Australien zu überführen. Nach dem neuen Gesetz müssen Flüchtlinge nun zur Behandlung nach Australien gebracht werden, wenn ihre Krankheiten in den Lagern nicht angemessen therapiert werden können und zwei Ärzte der Überweisung auf den Kontinent zugestimmt haben.

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst verwies auf einige Beispiele für die Folgen der bisherigen Praxis aus den letzten beiden Jahren. Demnach wurde einem todkranken Krebspatienten die Palliativpflege in Australien verweigert. In Nauru wurde ein Kind dreimal vergewaltigt, bevor es nach Australien evakuiert wurde. In Papua Neuguinea starb ein Mann an einer therapierbaren Sepsis, weil sie nicht adäquat behandelt werden konnte. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Mai 2020
Mainz – Flüchtlingsunterkünfte und Asylbewerberheime könnten wegen der hohen Personendichte zu Brennpunkten für Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland werden. Das berichtete der SWR heute in Mainz
Studie zeigt hohes Infektionsrisiko in Flüchtlingsunterkünften
18. Mai 2020
St. Augustin – In einem Flüchtlingsheim in St. Augustin bei Bonn haben sich nach aktuellen Testergebnissen 130 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert. Die restlichen rund 170 Bewohner hätten sich nicht
130 Infizierte im Flüchtlingsheim in St. Augustin
11. Mai 2020
Berlin – Angesichts der Coronapandemie haben die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) und verschiedene Hilfsorganisationen ihre Forderung nach Abschaffung der verpflichtenden
Ruf nach Unterbringung von Flüchtlingen in kleineren Wohneinheiten
6. Mai 2020
Rom – Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye hat das Festsetzen des Schiffs „Alan Kurdi“ durch die italienischen Behörden kritisiert. Ein Sprecher bezweifelte, ob die Überprüfung des Schiffs durch die
Sea-Eye kritisiert Festsetzung der „Alan Kurdi“
5. Mai 2020
Leipzig – Während der aktuellen Coronakrise ist die Situation in Asylunterkünften und Betreuungseinrichtungen besonders schwierig. Das legen Telefoninterviews von Wissenschaftlern des
Lockdown stellt auch Geflüchtete vor Probleme
28. April 2020
Genf − Mehr als 33 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr aufgrund von Konflikten oder Naturkatastrophen innerhalb der Grenzen ihres eigenen Landes vertrieben worden. Dadurch erhöhte sich
Hilfsorganisationen zählen weltweit mehr Binnenflüchtlinge als je zuvor
28. April 2020
Dresden − Der Dresdner Verein „Mission Lifeline“ hat für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Camps auf griechischen Inseln binnen weniger Tage knapp 55.000 Euro an Spenden gesammelt. Mit dieser
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER