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Augenheilkunde: Kommentierte Bilderdatenbank

Mittwoch, 13. Februar 2019

/Dario Lo Presti, stock.adobe.com

Erlangen – Der „Atlas of Ophthalmology“ ist eine umfangreiche webbasierte Referenzbilder­datenbank vorwiegend für Ärzte und Medizinstudierende, aber auch für Laien, die das gesamte augenärztliche Spektrum abdeckt: Letzteres reicht von häufigen Erkrankungen wie dem Grünen Star und der Makuladegeneration bis hin zu sehr seltenen Erkrankungen des Auges wie dem Morbus Stargardt. Herausgeber, Editor und auch Initiator ist Georg Michelson, Gründer und Leiter des Interdisziplinären Zentrums für augenheilkundliche Präventivmedizin und Imaging der Universität Erlangen-Nürnberg.

Qualitätsgesicherte klinische Aufbereitung

Die mehrsprachige Datenbank, die seit 2001 unter Mitarbeit von Fachärzten auf der ganzen Welt sukzessive aufgebaut wird, verzeichnet inzwischen circa 6.000 klinisch aufbereitete Fälle mit circa 11.000 Bildern. Die klinische Aufbereitung umfasst dabei die Diagnose mit ICD-10-Kennzeichnung, Kurzkommentar und Literaturhinweis. Die Datenbank ist frei für Recherchen zugänglich. Registrierte Nutzer können zudem Bilder in hoher Auflösung kostenfrei für wissenschaftliche Zwecke herunterladen. Der Download für kommerzielle Zwecke ist gebührenpflichtig. Über eine Suchfunktion können die Nutzer spezielle Bilder oder Fälle anhand von Diagnosen oder Stichworten recherchieren und listenweise am Bildschirm abrufen. Sämtliche abrufbaren Bilder und Diagnosen sind von Experten geprüft.

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Derzeit gibt es laut Michelson 18.000 registrierte Nutzer, knapp 1.000 Nutzer aus der ganzen Welt greifen dabei täglich auf das Angebot zu. Zugangsmöglichkeiten bestehen per Direkt-Web, Facebook, iOS-App und Android-App. Nach der betreibereigenen statistischen Auswertung nutzten im Jahr 2018 rund 121.000 Personen den Webzugang zum Atlas mit einem Download von 930.000 Bildern. Die Besucher kamen aus 192 Ländern, an erster Stelle aus Deutschland (22 Prozent), den USA (elf Prozent), Japan (acht Prozent) und den Spanisch sprechenden Ländern (zehn Prozent).

Direkte Bestätigung der Verdachtsdiagnose

Die Bilderdatenbank lässt sich Michelson zufolge prinzipiell in beliebige elektronische Praxis- und Kliniksysteme einbetten, sodass ein plattformunabhängiger barrierefreier Zugang und damit die Integration in den klinischen Alltag möglich werden. Bislang hat allerdings nur die Augenarztsoftware „ifa“ die Datenbank über eine Schnittstelle tief integriert.

Der Vorteil: Der behandelnde Augenarzt kann künftig direkt aus der elektronischen Patientenakte heraus eine Diagnose ins System eingeben und erhält sofort klinisch relevante Vergleichsbilder am Untersuchungsplatz angezeigt, um seine Verdachtsdiagnose zu bestätigen. Die elektronische Patientenakte sendet dabei einen ICD-Code oder die eingegebene textuelle Verdachtsdiagnose des fraglichen Falles an die Referenzbilderdatenbank. Die Anfrage führt zur sofortigen Anzeige von ähnlichen Beispielfällen.

Cme-Fortbildung online

Darüber hinaus ermöglicht der Atlas of Ophthalmology auch eine zertifizierte ärztliche Fortbildung mit cme-Fortbildungspunkten. Mit der Bearbeitung von klinischen Fällen können Ärzte online Fortbildungspunkte der Kategorie D erwerben, zertifiziert durch die Bayerische Lan­des­ärz­te­kam­mer. Dazu wählen sie einen Augenbereich aus, etwa Netzhaut oder Linse, und erhalten daraus zehn Bilder per Zufallsprinzip angezeigt. In einem Bilderquiz werden nacheinander ein klinisches Bild und vier mögliche Diagnosen präsentiert, von denen nur eine korrekt ist. Das Quiz eignet sich auch für Medizinstudierende zur Vorbereitung auf die Augenklausur. Wöchentlich wird ein neuer Fall hierfür eingestellt.

Der digitale Bilderatlas wird vom International Council of Ophthalmology (ICO) offiziell unterstützt. Er ist in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch, Russisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch und Portugiesisch verfügbar. © KBr/aerzteblatt.de

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