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Politik

Krankenkasse verlangt mehr Investitionen in Thüringer Kliniken

Mittwoch, 13. Februar 2019

/dpa

Erfurt – Gesetzliche Krankenkassen fordern für die nächsten Jahre mehr Investitionen des Landes in die Thüringer Krankenhäuser. Die nach der Landtagswahl im Herbst neu zu bildende Regierungskoalition müsse etwa doppelt so viel Geld wie bisher für die Kliniken im Freistaat bereitstellen, sagte die Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen, Birgit Dziuk, heute in Erfurt. Das entspräche Investitionen in Höhe von etwa 100 Millionen Euro jährlich. In vielen Kliniken müsse in die Digitalisierung ebenso intensiv investiert werden wie auch in Gebäude oder Technik.

Auch der Verband der Ersatzkassen in Thüringen, zu dem die Barmer gehört, sieht das so. Dass Thüringen in der jüngsten Vergangenheit im Bundesvergleich wenig Geld in die Krankenhäuser im Land investiert habe, sei offensichtlich, sagte ein Verbands­sprecher heute. Die Kassen würden unter anderem das in den Krankenhäusern vorhandene Personal finanzieren. Im Verband der Ersatzkassen in Thüringen sind unter anderem auch die Techniker Krankenkasse und die DAK Mitglied.

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Nach Daten der Barmer fließt in Thüringen deutlich weniger Geld aus dem Landes­haushalt als im Bundesdurchschnitt in die Krankenhäuser. So habe Thüringen 2017 etwa 23 Euro pro Einwohner in seine Krankenhäuser investiert. Im Bundesdurchschnitt waren es den Angaben nach mehr als 33 Euro pro Einwohner, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern waren es etwa 32 Euro pro Einwohner.

Dziuk sieht in der Insolvenz von DRK-Kliniken in Nordthüringen ein drohendes Beispiel dafür, was passieren könne, wenn sich Patienten in bestimmten Krankenhäusern auch aufgrund fehlender Investitionen unwohl fühlten und sich dort nicht mehr behandeln ließen. Es sei nicht auszuschließen, dass auch andere Krankenhäuser in eine ähnliche Lage gerieten, sollten wichtige Investitionen ausbleiben, sagte sie.

Die DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen-Brandenburg befindet sich seit Mitte Dezember in Insolvenz in Eigenverwaltung. Die Gesellschaft hat Häusern in Bad Frankenhausen, Sondershausen und Sömmerda und im brandenburgischen Luckenwalde.

Die Barmer will nach Angaben Dziuks nicht, dass eines der 43 Krankenhäuser in Thüringen geschlossen werde. „Alle Standorte verdienen es, weiterentwickelt zu werden“, sagte sie. Allerdings müssten sich alle Kliniken auf bestimmte Behandlungs­felder spezialisieren. Es werde in Zukunft nicht finanzierbar sein, in jedem Krankenhaus jede Behandlung anzubieten. Deshalb müssten die Trennungen zwischen ambulanter und medizinischer Versorgung in Zukunft überwunden werden. © dpa/aerzteblatt.de

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