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Medizin

Wie sich Stürze im Alter am besten verhindern lassen

Freitag, 15. Februar 2019

/ulza, stockadobecom

Sydney – Jeder dritte Mensch über 65 Jahre erleidet mindestens einmal im Jahr einen Sturz, der Knochenbrüche, lange Klinikaufenthalte und im Fall vom Komplikationen auch den Tod zur Folge haben kann. Senioren, die sich regelmäßig bewegen, sind laut einer Metaanalyse in den Cochrane Database of Systematic Reviews (2019; 1: CD012424) weniger gefährdet. Dabei kommt es weniger auf kräftige Muskeln an als auf die Beweglichkeit und das Training des Gleichgewichtssinns.

Insgesamt 108 kontrollierte Studien aus 25 Ländern hat Catherine Sherrington von der University of Sydney School of Medicine in medizinischen Datenbanken ausfindig gemacht. Dort waren 23.407 Senioren im Alter von durchschnittlich 76 Jahren (darunter 77 % Frauen) auf sportliche Übungen oder eine Kontrollgruppe randomisiert worden. 

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Die Studien kamen überwiegend zu dem Ergebnis, dass sportliche Aktivitäten die Senioren vor Stürzen schützen können. Sherrington ermittelt eine Rate Ratio von 0,77, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,71 bis 0,83 signifikant war. 

Sport senkte das Sturzrisiko demnach um etwa ein Viertel. Unter 1.000 Senioren, die keinen Sport trieben, kam es im Verlauf eines Jahres zu 850 Stürzen. In den Sportgruppen waren es 195 (144-246) Stürze weniger.

Auch bei der Zahl der Senioren, die stürzten, gab es einen Rückgang um 15 % (Risk Ratio 0,85; 0,81-0,89). In den Kontrollgruppen stürzten 480 von 1.000 Personen im Verlauf eines Jahres. In den Sportgruppen stürzten 72 (52-91) Personen weniger.

Weniger Stürze bedeuten weniger Knochenbrüche. Auch wenn hier der Zusammenhang nicht so eindeutig war, was auch an der geringeren Fallzahl gelegen haben dürfte. Sherrington ermittelt eine Risk Ratio von 0,73 (0,56-0,95) für die Stürze und eine Risk Ratio von 0,61 (0,47-0,79) für die Gestürzten.

Bei den Kranken­haus­auf­enthalten aufgrund von Stürzen verfehlte die Risk Ratio von 0,78 mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,51 bis 1,18 das Signifikanzniveau.

Die Senioren stürzen in der Regel nicht, weil die Muskeln versagen, sondern weil sie das Gleichgewicht verlieren. Für ein Krafttraining war deshalb keine protektive Wirkung nachweisbar, wohl aber für ein Training von Gleichgewicht und Beweglichkeit. Die Rate Ratio betrug 0,76 (0,70-0,81) für die Zahl der Stürze und 0,87 (0,82-0,91) für die Zahl der Gestürzten.

Als einziges spezifisches Training heben die Forscher Tai Chi hervor. Die chinesische Bewegungslehre trainiert sowohl Gleichgewicht und Beweglichkeit. Die Rate Ratio von 0,81 (0,67-0,99) spricht dafür, Senioren zu einem Kurs zu raten, zumal die Schwelle an „Sportlichkeit“ eher gering ist. © rme/aerzteblatt.de

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