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Hessens erstes Dorf für Demenzkranke auf gutem Weg

Donnerstag, 14. Februar 2019

/dpa

Hohenroda – Auf dem Weg zur Errichtung von Hessens erstem Dorf für Demenzkranke hat Hohenroda einen weiteren Schritt gemacht. Bei der Sitzung der Gemeindevertreter hat die osthessische Kommune am Mittwochabend die Bauleitplanung einstimmig beschlossen, wie Bürgermeister Andre Stenda (parteilos) heute sagte.

In dem über mehrere Monate dauernden Verfahren werden nun die Träger öffentlicher Belange gehört und überprüft, ob aus Naturschutzgründen etwas gegen das Projekt spricht, wie Stenda sagte. Den Namen eines Betreibers und Investors konnte er noch nicht nennen. Ein potenzieller Betreiber stehe aber bereits in den Startlöchern. Hohenroda rechnet mit Baukosten von sieben Millionen Euro.

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Im Ortsteil Mansbach soll eine Wohnanlage speziell für Demenzkranke entstehen. Geplant sind 50 bis 60 Wohneinheiten auf dem 11.000 Quadratmeter großen Gelände eines früheren, aufgelösten Tierparks.

Die Idee entstand bei der Suche nach einer Möglichkeit zur neuen Nutzung. Die Bewohner sollen in einer auf das Krankheitsbild spezialisierten und darauf abgestimm­ten Einrichtung leben. Bundesweit gibt es bislang nur eine derartige Einrichtung, sagte Stenda. Diese wurde 2014 in Tönebön bei Hameln (Niedersachsen) eröffnet.

Stenda sagte zu dem Projekt: „Die Realisierung der Einrichtung für Demenzerkranke wäre nicht nur für Hohenroda ein Quantensprung in der infrastrukturellen Fort­entwicklung.“ Auch für den Landkreis und das Land Hessen wäre es eine riesige Bereicherung. Stenda sieht Bedarf für das Demenzdorf. Es sei wichtig, den gesellschaftlichen und sozialen Anforderungen des Krankheitsbildes Folge zu leisten.

Demenz zählt zu den häufigsten Erkrankungen im Alter. Heilungschancen für den Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit gibt es bisher nicht. Bundesweit sind nach Angaben der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft rund 1,6 Millionen Menschen erkrankt. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 8. März 2019, 22:16

Sehr schön

aber ob Demenzkranke tatsächlich von einer solchen "Pseudorealität" profitieren, ist doch noch lange nicht geklärt! Da wird doch eine künstliche Umwelt geschaffen, um die Kranken zu täuschen. Was, wenn die Bewohner in klaren Momenten das bemerken? Und letztlich gibt es auch dort einen Zaun, um die Bewohner zu schützen.
Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 8. März 2019, 22:14

Sehr schön

aber ob Demenzkranke tatsächlich von einer solchen "Pseudorealität" profitieren, ist doch noch lange nicht geklärt! Da wird doch eine künstliche Umwelt geschaffen, um die Kranken zu täuschen. Was, wenn die Bewohner in klaren Momenten das bemerken? Und letztlich gibt es auch dort einen Zaun, um die Bewohner zu schützen.
Avatar #761348
Andre1604
am Freitag, 8. März 2019, 11:59

Hessens erstes Dorf für Demenzkranke auf gutem Weg

Eine tolles Projekt, da die Kommunikation bei Demenz Betroffenen möglichst hochgehalten werden sollen. Durch das zusammen leben bieten sich mehr Möglichkeiten um Kognitive und Physische Übungen durchzuführen.
LG Andre vom https://www.alzheimer-leitfaden.de/
Avatar #92214
H.-D. Falkenberg
am Montag, 4. März 2019, 16:59

Hessens erstes Dorf für Demenzkranke auf gutem Weg

Die Initiative in allen Ehren. Aber die dafür Verantwortlichen sollten sich bereits heute die Frage stellen: Kann die Gemeinde die nicht durch die Pflegeversicherung gedeckten und/oder die von diesen pflegebedürftigen Menschen nicht finanzierten Kosten (Eigenanteile), nämlich Sozialhilfe, tragen. Die sogenannte Wertschöpfung, die auch im sozialen Bereichen positiv zu beurteilen sein muss, wird hier jedoch durch eine Belastung der öffentlichen Kassen beeinträchtigt.
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