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Politik

Spahn will „Therapien“ gegen Homosexualität verbieten

Freitag, 15. Februar 2019

/diego cervo, stockadobecom

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will sogenannte Konversions­therapien gegen Homosexualität verbieten. „Homosexualität ist keine Krankheit, und deswegen ist sie auch nicht therapiebedürftig“, sagte Spahn der taz aus Berlin vom Freitag. Gemeinsam mit dem Bundesjustizministerium werde er bis zum Sommer einen Vorschlag für eine Verbotsregelung erarbeiten.

Sogenannte Konversionstherapien zielen darauf ab, Schwule und Lesben heterosexuell zu machen. „Ich halte nichts von diesen Therapien, schon wegen meines eigenen Schwulseins“, sagte Spahn der taz. „Ich sage immer: Der liebe Gott wird sich was dabei gedacht haben.“

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Der Minister will nun zunächst untersuchen lassen, wie andere Länder mit „Konversionstherapien“ umgehen. Dann soll geklärt werden, wie genau die rechtliche Regelung in Deutschland aussehen soll.

Anbieter der Pseudotherapien mit Geldbußen wegen einer Ordnungswidrigkeit zu bestrafen, hält Spahn jedenfalls für „nicht übermäßig abschreckend“. Stattdessen solle „im Sozialrecht erklärt werden, dass es keine Vergütung für diese Angebote geben darf“. Für das Strafrecht sei „noch fraglich, welches Strafmaß angemessen ist“.

Für sein Verbotsvorhaben glaubt Spahn an die Unterstützung seiner Fraktionskollegen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in der Unionsfraktion im Bundestag einen Anhänger von Konversionstherapien gibt.“ © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #725920
Syntaxie
am Samstag, 16. Februar 2019, 21:16

Spahns "Heißluftballon" zur Ablenkung

und zwar davon, daß Fahrerlaubnisentzug usw. bei Cannabisnutzern
praktisch nichts anderes ist als das:
>Im Unterschied zur Kriminalpolizei konnte die Gestapo jederzeit Schutzhaft gegen schwule Männer anordnen. Diese Willkürmaßnahme wurde z. B. nach einem Freispruch angewandt oder wenn die bereits verbüßte Haftstrafe als zu milde bewertet wurde.<
https://de.wikipedia.org/wiki/%C2%A7_175
Avatar #110369
jpink
am Samstag, 16. Februar 2019, 14:00

Quacksalber

Derjenige, der glaubt mit Quecksilberei "den Dämon der Infektion" austreiben zu können maßt sich im Versuch an, die interessante Zusammenstellung von maranatha ins Lächerliche ziehen zu können? Absonderlich.

Ich könnte natürlich jetzt wieder anfangen, es in den Gesamtkontext des grassierenden Bolschewismus / Satanismus zu stellen. Aber geschenkt. Dem Interessierten bleibt es sowieso nicht verborgen, und der Ignorant will es einfach nicht sehen und der Dumme kann es gar nicht sehen/verstehen.

„So besteht denn die erste Aufgabe unserer neuen Zeit in der Zerstörung: Alle sozialen Schichtungen und gesellschaftlichen Formungen, die das alte System geschaffen hat, müssen vernichtet werden, die einzelnen Menschen müssen aus ihren angestammten Milieus herausgerissen werden; keine Tradition darf mehr als heilig gelten; das Alter gilt nur noch als Zeichen der Krankheit; die Parole heißt: was war, muß weg.“
Der Geist des Militarismus, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart/Berlin, 1915.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Samstag, 16. Februar 2019, 13:03

Warum das Rad neu erfinden?

Der Begriff "Konversionstherapie" ist ein Euphemismus. In Wirklichkeit soll hier der "Dämon der sexuellen Fehlprägung" ausgetrieben werden. Diese sogenannte Therapie ist also nichts weiter als die Sonderform eines Exorzismus. Zum Umgang mit dem Phänomen Exorzismus gibt es m.E. bereits Überlegungen.
Avatar #725920
Syntaxie
am Samstag, 16. Februar 2019, 06:24

Ja, sonderbar

Es erweckt den Verdacht, daß Spahn Ausgrenzungen bei Psychotherapien veranlassen möchte, also einiges streichen will, um seine Zugangsbeschleunigung zu erreichen.
Konversionstherapie als "Luftballon" nur vorgeschoben ?
Avatar #79783
Practicus
am Samstag, 16. Februar 2019, 00:21

Sonderbar

von Menschen mit einem wohl angeborernen Hang zur Päderastie (mit überproportional homosexueller Ausprägung) wird selbstverständlich erwartet, dass sie sich einer Therapie zur Kontrolle ihrer sexuellen Neigungen unterziehen... und Menschen mit einer möglicherweise subjektiv unerwünschten homosexuellen Neigung solll eine solche Therapie nicht mal angeboten werden dürfen?
Avatar #725920
Syntaxie
am Freitag, 15. Februar 2019, 23:15

Und ansonsten geht's ihm gut ?

Spahn glaubt, er müßte Therapiemöglichkeiten verbieten für diejenigen, die nicht SEINEM GLAUBEN anhängen ?
Wenn sich jemand entgegen des Glaubens von Spahn und anderen als krank, möglicherweise fremdgeschädigt empfindet bzw. fühlt ...
Spahn glaubt, er müßte was gegen garnicht existierende bzw. nicht funktionierende Zwangstherapien unternehmen ?

Ansonsten geht's ihm aber gut ?
Avatar #760563
mike415
am Freitag, 15. Februar 2019, 19:10

Nicht vorschnell urteilen

Ich kenne Menschen, deren sexuelle Orientierung sich verändert hat und die jetzt glücklicher damit sind. Warum sollte man diese Menschen daran hindern? Sind wir nicht ein freies Land und sind sie nicht frei, selbst zu entscheiden, was sie meinen, dass ihnen gut tut? Es mag Menschen geben, denen eine solche Therapie schadet, aber es GIBT jedenfalls Menschen, die von sich sagen, dass es ihnen geholfen hat. Beispiele finden Sie hier: www.voicesofthesilenced.com
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