NewsPolitikMedizinstudiengang: Bremen steuert kleine Lösung an
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Medizinstudiengang: Bremen steuert kleine Lösung an

Montag, 18. Februar 2019

/dpa

Bremen – Im Kampf gegen Ärztemangel will der rot-grüne Senat von Bremen Medizinstudierende im fortgeschrittenen Teil ihrer Ausbildung in die Hansestadt holen. Den Aufbau eines teuren kompletten Studiengangs Medizin lehnt die jetzige Koalition aber ab.

Das sieht die oppositionelle CDU anders und will die Frage nach einem möglichen Wahlsieg am 26. Mai neu angehen. „Es wäre ein finanzieller Kraftakt, aber auch ein Impuls, der die Wirtschaft in Bremen stärkt“, sagte eine Sprecherin der Union.

Anzeige

Bremen ist das einzige Bundesland, in dem es keinen Studiengang Medizin gibt. Zugleich ist die Gesundheitswirtschaft eine wichtige und wachsende Branche im Stadtstaat, die nach CDU-Angaben schon jeden achten Arbeitsplatz stellt. Der Gesundheitsstandort Bremen solle gestärkt werden, darin sind sich Regierung und Opposition einig.

Der Wissenschaftsplan 2025 sieht eine Machbarkeitsstudie vor, ob angehende Ärztinnen und Ärzte ab dem klinischen Teil ihrer Ausbildung nach Bremen kommen. Als Klinik auf Uniniveau käme das Klinikum Bremen-Mitte infrage – so der Plan, den Senatorin Eva Quante-Brandt (SPD) vergangene Woche vorstellte. Für die ersten vier Semester, die vorklinische Ausbildung, würden Kooperationen gesucht – mit dem nahen Oldenburg, aber auch mit Unis im Ausland.

Nach diesem Modell könnte das Studienprogramm schon im Wintersemester 2022/23 beginnen. Diese Lösung sei schneller und kostengünstiger als der Aufbau eines kompletten Studiengangs, argumentiert Rot-Grün. Die Hoffnung bei allen Plänen ist, dass Jungmediziner nach dem Studium in der Region bleiben und dass die universitäre Lehre und Forschung weitere Arbeitskräfte und Firmen nach Bremen ziehen.

Die CDU rechnet damit, dass ein Studiengang Medizin in der Aufbauphase 25 Millionen Euro im Jahr kosten würde. Später wären etwa 100 Millionen Euro zu veranschlagen. Das sei aber ein Investition, die sich für Bremen rentieren werde, sagen die Christdemokraten. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #88255
doc.nemo
am Montag, 18. Februar 2019, 14:55

Da haben wir es wieder!

Die Kosten für die Medizinerausbildung werden irgendwohin nach außen abgeschoben, stattdessen holt man sich lieber die fertigen Ärzte ins Land. Jetzt also wirbt nicht nur Deutschland seinen "armen" Nachbarn die Mediziner ab, sondern auch ein Bundesland den anderen. Weil es zu "teuer" ist, den eigenen Bedarf selbst auszubilden. Schämt euch!
LNS

Nachrichten zum Thema

16. September 2020
Frankfurt – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen hat auf den bestehenden und weiter zunehmenden Ärztemangel im Land hingewiesen. „Wir alle wissen, dass der Ärztemangel bereits sektorübergreifend spürbar ist.
Ärztekammer Hessen lehnt Landarztquote weiter ab
8. September 2020
Jena – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen (LÄK) hat zu einer verstärkten Initiative gegen den Ärztemangel aufgerufen. „Nach wie vor ist die Lage in Thüringer Krankenhäusern, Praxen, aber auch Behörden
Mehr Medizinstudienplätze und eine Bleibestrategie in Thüringen notwendig
3. September 2020
Berlin – Bei der Vorstandsklausur der CDU/CSU Bundestagsfraktion in Berlin haben sich die Abgeordneten für eine höhere Landarztquote ausgesprochen. Das geht aus dem Beschluss der Fraktion hervor, der
Unionsfraktion will sich für höhere Landarztquote einsetzen
1. September 2020
Berlin – Der Fraktionsvorstand von CDU und CSU fordert 5.000 zusätzliche Studienplätze für Humanmedizin. Dies geht aus einer Beschlussvorlage für die morgige Klausursitzung des Vorstandes der größten
Unionsfraktion im Bundestag will 5.000 neue Medizinstudienplätze
1. September 2020
Magdeburg – Ein neuer Arbeitsbereich namens „Hausärztliche Aus- und Weiterbildung in der regionalen Allgemeinmedizin (Hawira)“ an der Universitätsmedizin Magdeburg soll die Allgemeinmedizin an der
Neuer Arbeitsbereich soll Allgemeinmedizin der Uni Magdeburg stärken
26. August 2020
Bremen – Das Bundesland Bremen ordnet für weiterführende Schulen und Berufsschulen eine begrenzte Maskenpflicht an. Die Mund-Nasen-Bedeckung solle in Fluren und Gemeinschaftsräumen getragen werden,
Bremen ordnet begrenzte Maskenpflicht für Schulen an
21. August 2020
Dresden – Seit 2013 können sich angehende Mediziner mit einer Förderung aus Sachsen in Ungarn ausbilden lassen – jetzt soll das Modellprojekt aufgestockt werden. In den nächsten beiden Jahrgängen
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER