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Medizin

Übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft durch Beratung kaum zu bremsen

Dienstag, 19. Februar 2019

/gpointstudio, stockadobecom

München – Beratungen im Rahmen der Routinevorsorge können Schwangere zwar zu einem gesünderen Lebensstil anregen, aber nicht verhindern, dass sie übermäßig an Gewicht zunehmen. Das berichten Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) und dem Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) im Fachmagazin BMC Medicine (2019; doi: 10.1186/s12916-018-1235-z). 

Ziel der bayernweiten Studie „Gesund leben in der Schwangerschaft“ (GeliS) war es, Schwangere für die Problematik zu sensibilisieren und ihr Ernährungs- und Bewegungsverhalten zu verbessern. An der Studie waren über 70 Arzt- und Hebammenpraxen und 2.286 Frauen in Bayern beteiligt.

Frauen in der Studiengruppe erhielten während der Schwangerschaft ab der zwölften Woche 3 Beratungsgespräche, die mindestens eine halbe Stunde dauerten, und ein weiteres Gespräch einige Wochen nach Entbindung im Rahmen ihrer Vorsorge­untersuchungen sowie zusätzlich Informationsmaterial. Zudem bekamen die Schwangeren Formulare, mit denen sie die Gewichtszunahme und ihr Bewegungs­verhalten selbstständig dokumentieren und überwachen konnten. Die Kontrollgruppe erhielt nur das Informationsmaterial. 

„Leider zeigte das Beratungskonzept nicht den gewünschten Erfolg – es hatte keine messbare Auswirkung auf die Gewichtszunahme der Mütter“, sagte Hans Hauner, Ordinarius für Ernährungsmedizin an der TUM. Trotz der Beratung nahmen über 45 % der Teilnehmerinnen mehr zu als empfohlen. Im Durchschnitt waren das über 14 kg. Auch Komplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck oder vorzeitige Wehen verringerten die Beratungen nicht.

Dennoch zeigten die Beratungen positive Effekte: Viele Schwangere hatten laut der Studie durchaus auf ihre Ernährung geachtet und sich regelmäßig bewegt. Zudem machten über 85 % der Frauen das Programm bis zum Schluss mit und waren bereit, Ratschläge anzunehmen und umzusetzen. „Offensichtlich reichte das aber nicht aus, um ihr Gewicht zu reduzieren. Was wir aber sahen ist, dass Größe und Gewicht der Kinder der Frauen, die am Programm teilgenommen hatten, geringer waren. Und auch das ist ein kleiner, wichtiger Erfolg“, so Hauner. © hil/aerzteblatt.de

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