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Medizin

US-Studie: Niedergelassene Ärzte erhöhen Lebenserwartung in der Bevölkerung

Dienstag, 19. Februar 2019

/blvdone, stockadobecom

Palo Alto – US-Amerikaner, die in Bezirken mit einer hohen Dichte von nieder­gelassenen Allgemeinmedizinern oder Fachärzten leben, hatten in einer sogenannten ökologischen Studie in JAMA Internal Medicine (2019; doi: 10.1001/jamainternmed.2018.7624) eine signifikant höhere Lebenserwartung, weil sie seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Atemwegserkrankungen starben.

In den USA ist die Zahl der Primärmediziner (bezogen auf die Bevölkerung) im letzten Jahrzehnt gesunken, wobei vor allem ländliche Regionen betroffen sind. In 296 der 3.142 Bezirken („Counties“) gibt es überhaupt keinen „primary care physician (PCP)“, in 128 Counties sind es dagegen mehr 100 auf 100.000 Einwohner. Die Versorgung mit niedergelassenen Fachärzten ist besser, aber auch hier haben zwischen 2005 und 2015 nur die urbanen Regionen profitiert. 

Da sich die niedergelassenen Ärzte vor allen um die Grundversorgung kümmern, zu der die Prävention und Früherkennung sowie die Behandlung verschiedener chronischer Krankheiten gehört, die keine Klinikbehandlung erfordern, stellte sich für Sanjay Basu und Mitarbeitern von der Stanford University in Palo Alto die Frage, ob die Arztdichte einen Einfluss auf die Sterblichkeit der Bevölkerung hat. Die Forscher setzten hierzu die Zahl der bei der American Medical Association pro County lizensierten Ärzte mit den Todesursachenstatistiken in Beziehung. 

Tatsächlich war eine Verbindung nachweisbar. Jeder zehnte zusätzliche Hausarzt auf 100.000 Einwohner war mit einer Erhöhung der Lebenserwartung um 51,5 Tage verbunden (95-%-Konfidenzintervall 29,5 bis 73,5 Tage). Für die niedergelassenen Fachärzte ermittelte Basu einen Anstieg der Lebenserwartung um 19,2 Tage (7,0-31,3 Tage) pro 10 zusätzliche Mediziner auf 100.000 Einwohner. 

Insgesamt 10 zusätzliche Hausärzte pro 100.000 Einwohner waren mit einem Rückgang der Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 0,9 %, der Sterblichkeit an Krebserkrankungen um 1,0 % und der Sterblichkeit an Atemwegserkrankungen um 1,4 % verbunden. 

Eine ökologische Studie kann eine Kausalität nicht belegen. Die Forscher haben deshalb 2 Gegenproben durchgeführt. In einer verglichen sie die Ärztedichte mit der Zahl der unnatürlichen Todesfälle. Mord und Totschlag können in der Regel nicht durch Arztbesuche verhindert werden. Laut Basu bestand keine Assoziation mit der Zahl der Allgemein- und Fachärzte. Die zweite Gegenprobe bestand aus Personen, die im Verlauf ihres Lebens von einer Gegend mit wenigen in eine Gegend mit vielen Ärzten umgezogen waren. Der Umzug war mit einem Anstieg der Lebenserwartung um 114,2 Tage pro Jahrzehnt pro 10 zusätzliche Hausärzte auf 100.000 Einwohner verbunden. © rme/aerzteblatt.de

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