NewsPolitikArzneimittelausgaben sollen um drei bis sechs Prozent im Jahr steigen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Arzneimittelausgaben sollen um drei bis sechs Prozent im Jahr steigen

Dienstag, 19. Februar 2019

/Sbastien, stockadobecom

Frankfurt am Main – Der Weltpharmamarkt wird in den kommenden Jahren zwischen drei und sechs Prozent pro Jahr wachsen und 2023 ein Umsatzvolumen von über 1,5 Billionen US-Dollar erreichen. Das rechnet der Statistikdienstleister IQVIA vor. 

Für Deutschland bewegt sich die Prognose ebenfalls zwischen drei und sechs Prozent pro Jahr, wobei das Wachstum wie schon in den letzten Jahren hauptsächlich aus Spezialtherapeutika resultieren wird, zum Beispiel Medikamenten zur Behandlung von Krebs- und Autoimmunerkrankungen, Immunschwächekrankheiten, HIV-Infektion und Multipler Sklerose.

Anzeige

2018 ist der Umsatz im gesamten deutschen Pharmamarkt einschließlich Impfstoffen und Diagnostika um knapp sechs Prozent auf 43,9 Milliarden Euro nach Hersteller­abgabepreisen gestiegen. Das Mengenwachstum – also die Zähleinheiten nach einzelnen Tabletten, Kapseln und so fort – betrug dagegen nur ein Prozent und liegt bei 97,7 Milliarden. „In getrennter Betrachtung der Segmente steigt das Volumen nach Wert im stationären Sektor um fast elf Prozent, im niedergelassenen Bereich um knapp fünf Prozent“, berichtet IQVIA.

Die unterschiedliche Marktentwicklung im stationären und niedergelassenen Bereich erklärt sich laut dem Unternehmen im Wesentlich aus der Art der behandelten Erkrankungen und den entsprechend eingesetzten Medikamenten, nämlich neuen Spezialtherapien gegen schwere Erkrankungen. Vergleicht man die jeweils führenden Arzneigruppen in beiden Sektoren hinsichtlich ihrer Entwicklung, so zeigten sich für den Klinikbereich Umsatzzuwächse besonders bei der Krebs- und Krebsimmuntherapie, der Behandlung von Immundefekten und Multipler Sklerose und bei ZNS-wirksamen Medikamenten. Relevant seien bei den Neueinführungen auch Medikamente gegen seltene Erkrankungen, zum Beispiel ein Präparat zur Therapie der seltenen Erbkrankheit Spinale Muskelatrophie (SMA), das 2017 eingeführt wurde.

Im niedergelassenen Bereich kommt infolge ambulanter Behandlungsmöglichkeiten ebenfalls der Krebstherapie eine große Bedeutung zu. Außerdem spielen laut IQVIA Gerinnungshemmer wie direkte Faktor-Xa-Inhibitoren zur Prophylaxe von Schlaganfällen, Thromboembolien und Lungenembolien eine wichtige Rolle.

Auch spezifische Antirheumatika zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis bilden eine wichtige Therapiekategorie im ambulanten Bereich. TNF-Hemmer seien sogar die umsatzstärkste Gruppe im niedergelassenen Verschreibungssektor. Diese Therapeutika gegen entzündliche Erkrankungen wie bestimmte Arthritiden oder Darm­er­krank­ungen seien inzwischen gut etabliert, hieß es aus dem Unternehmen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. Februar 2020
Düsseldorf – In der Diskussion um Lieferengpässe von Arzneimitteln fordert die „Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen“ (BAG
Lieferengpässe: Selbsthilfeverbände für Öffnung von Rabattverträgen
17. Februar 2020
Berlin – Mit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) haben heute weitere Ärzte auf das Vorgehen von Avexis (Novartis) im Rahmen eines globalen
Weitere Mediziner kritisieren Verlosung von lebensrettendem Medikament
11. Februar 2020
Berlin – In diesem Jahr verlieren 18 pharmazeutische Substanzen mit einem Umsatzvolumen von fast 1,13 Milliarden Euro ihren Patentschutz. Das hat der Datendienstleister Insight Health mit Verweis auf
Patentabläufe eröffnen neue Chancen für Generika
7. Februar 2020
Düsseldorf – Die Zahl der Genehmigungsanträge für einen medizinisch begründeten Konsum von Cannabis steigt weiter. Von März bis Dezember 2017 habe es noch 3.090 Anträge gegeben, 2018 dann 5.238 und im
Zahl der Anträge für Cannabis auf Rezept steigt an
5. Februar 2020
Berlin – Am 13. Februar will der Bundestag abschließend über den Gesetzentwurf der Bundesregierung für einen fairen Kassenwettbewerb beraten. Dieser enthält unter anderem Regelungen zur Vermeidung von
Bundestag berät abschließend über Maßnahmen gegen Lieferengpässe
24. Januar 2020
Erfurt – Zur konsequenten Verfolgung von Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen wollen die Krankenkassen in Thüringen enger zusammenarbeiten. Jahr für Jahr entstünden den Kranken- und Pflegekassen
Krankenkassen wollen Abrechnungsbetrugsfälle gemeinsam verfolgen
22. Januar 2020
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) will Hinweise für Ärzte zur Austauschbarkeit von biologischen Referenzarzneimitteln durch Biosimilars im November vorlegen. Das kündigte die
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER