NewsPolitik38 Medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung in Deutschland
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

38 Medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung in Deutschland

Dienstag, 19. Februar 2019

/Monet, stockadobecom

Berlin – In Deutschland bestehen im Augenblick 38 Medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen (MZEB). Acht von ihnen arbeiten im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, sieben in Bayern und sechs in Niedersachsen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Deutschen Bundestag hervor.

„Erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfach­behinderungen wurden bis vor Kurzem mit Vollendung des 18. Lebensjahres von der gesundheitlichen Versorgung durch spezialisierte Ärzte und Therapeuten weitgehend ausgeschlossen. Nach einer qualifizierten ambulanten Versorgung in sozial­pädiatri­schen Zentren wurden sie auf eine Regelversorgung mit oft nachweisbar deutlicher Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes verwiesen“, schreiben die Fragesteller in ihrer Kleinen Anfrage. 

Anzeige

Im Juli 2015 wurde deshalb die gesetzliche Grundlage für die Errichtung von MZEB geschaffen. Sie sollen „eine schon seit Langem beklagte Lücke in der ambulanten medizinischen Versorgung von Menschen mit Behinderung schließen“, heißt es in den Vorbemerkungen der Kleinen Anfrage.

In den vergangenen beiden Jahren hat es den Angaben zufolge 26 Anträge auf Ermächtigung von MZEB gegeben, die meisten in den KV-Bezirken Bayern und Thüringen nämlich jeweils sechs. Es wurden 13 Anträge positiv beschieden und fünf Anträge abgelehnt. Neun Antragsverfahren laufen noch.

Die Bundesregierung schlüsselt in ihrer Antwort auch auf, in welchen Regionen noch keine MZEB den Betrieb aufgenommen haben. Laut der Antwort sind dies Berlin, Bremen, Hessen, Saarland und Schleswig-Holstein.  

Die Ermächtigung für MZEB war 2015 durch eine Regelung in Paragraf 119c des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) eingeführt worden. Vorgesehen ist, dass MZEB sich speziell auf Menschen mit Behinderungen einstellen. Die Behandlung sei auf diejenigen Erwachsenen auszurichten, die wegen der Art, Schwere oder Komplexität ihrer Behinderung durch zugelassene Vertragsärzte nicht ausreichend behandelt werden können, so die Bundesregierung.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Juni 2019
Osnabrück – Die Linke setzt sich für mehr Arbeitsplätze für Schwerbehinderte ein. Die Sozialexpertin der Partei, Sabine Zimmermann, forderte dazu in der Neuen Osnabrücker Zeitung höhere
Linke will höhere Abgabe für Nichtbeschäftigung von Menschen mit Behinderung
13. Juni 2019
Berlin – Ein Bündnis von Verkehrs- und Sozialverbänden hat sich anlässlich des morgigen Tages der Verkehrssicherheit für einen sofortigen Einbau von Warngeräuschen in alle Hybrid- und Elektrofahrzeuge
Bündnis will Warngeräuschpflicht für Hybrid- und Elektrofahrzeuge
11. Juni 2019
Berlin – Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, wünscht sich von der deutschen Außenpolitik ein offensives Einstehen für die Werte der UN-Behindertenrechtskonvention. „In einer
Dusel ruft Außenpolitik zu mehr Einsatz für Behinderte auf
7. Juni 2019
Berlin – Mehr Menschen mit Behinderungen sollen künftig wählen können. Auch Personen, die in allen Angelegenheiten betreut werden, bleiben damit nicht länger pauschal von Bundestags- und Europawahlen
Bundesrat für Wahlmöglichkeit vollbetreuter behinderter Menschen
6. Juni 2019
Berlin – Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, hat eine Verpflichtung zur Barrierefreiheit für Unternehmen wie Geldinstitute und Supermärkte gefordert, die Produkte und
Beauftragter will Unternehmen zur Barrierefreiheit verpflichten
17. Mai 2019
Berlin – Menschen mit Behinderung, die eine gerichtlich bestellte Betreuung haben, können in Deutschland künftig an Wahlen teilnehmen. Der Bundestag hob gestern Abend die bisher gültigen
Bundestag baut Wahlrechtshürden für Menschen mit Behinderung ab
13. Mai 2019
Berlin – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch und der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge haben Opfer von Misshandlungen und
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER