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Politik

Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Trisomietest nur unter Bedingungen

Mittwoch, 20. Februar 2019

/gojalia, stock.adobe.com

Berlin – Vorgeburtliche Bluttests zur Erkennung von Trisomie 21 könnten nach Ansicht des Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) nur unter bestimmten Umständen zu einer Regelleistung der Krankenkassen werden. „Wir versuchen, Evidenz dafür zu generieren, ob es eine Möglichkeit gibt, diesen Test bei Risikoschwanger­schaften als Regelleistungen zu etablieren“, sagte Josef Hecken am Dienstagabend bei einer Veranstaltung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Allerdings sei die Voraussetzung dafür, dass die betroffenen Frauen zuerst „bestimmte Voruntersuchungen“ absolviert hätten.

Diskutiert wird Hecken zufolge auch über die Frage, ob es vor den Tests eine allgemeine Beratung der Frauen etwa zu Hilfestellungen für ein Leben mit einem vom Downsyndrom betroffenen Kind geben müsse. Hecken räumte zudem ein, dass er bei der Frage der Bluttests die „Regelungskompetenz“ seines Gremiums für „eigentlich überschritten“ halte. „Das ist eine fundamental ethische Grundsatzfrage“, sagte Hecken.

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Die beiden großen Kirchen sind sich bei ihrer Haltung zu den Bluttests uneins: Die EKD erklärte, vorgeburtliche Bluttests sollten in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung aufgenommen werden. Zugleich sollte aber eine ethische Beratung eingeführt werden. Dagegen bleibt die katholische Kirche bei ihrem klaren Nein.

Die Bundesvorsitzende der Vereinigung Lebenshilfe und frühere Bundesgesundheits­ministerin Ulla Schmidt (SPD) kündigte eine Bundestagsdebatte über die vorgeburtlichen Bluttests an. Sie gehe davon aus, dass im April eine Orientierungs­debatte stattfinde und nach der Sommerpause über den Umgang mit diesen Tests entschieden werde. Sie warnte vor einem „selektiven Screening“, an dessen Ende Kinder mit Trisomie 21 abgetrieben würden. Der Bluttest dürfe deswegen nicht als Regelverfahren in das Angebot der Krankenkassen aufgenommen werden. „Wenn es eine Regelleistung ist, wird jeder Arzt sie durchführen“, sagte Schmidt. Dann, so die Politikerin, käme es schnell zu Schwangerschaftsabbrüchen ohne Beratung. © kna/aerzteblatt.de

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