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Medizin

Akupunktur lindert klimakterische Beschwerden

Mittwoch, 20. Februar 2019

/Africa Studio, stockadobecom

Kopenhagen – Eine Kurzakupunktur hat in einer pragmatischen randomisierten Studie in BMJ Open (2019; doi: 10.1136/bmjopen-2018-023637) klimakterische Beschwerden gelindert.

Die meisten Frauen Anfang 50 leiden über mehrere Jahre unter Wechseljahres­beschwerden, die die Lebensqualität beeinträchtigen können. Seit bekannt ist, dass die Hormontherapie – über viele Jahre die bevorzugte Behandlung – das Risiko auf Brustkrebs und Thromboembolien erhöht, suchen viele Betroffene nach Alternativen. Dazu gehört auch die chinesische Heilmethode der Akupunktur, die mittlerweile in europäischen Varianten und als Kurztherapie angeboten wird, die sich mit dem Alltag von Menschen aus westlichen Kulturen vereinbaren lassen. Die Wirksamkeit der Akupunktur wurde in den letzten Jahren in mehreren Studien untersucht, die jedoch unter methodischen Schwächen litten, wie Kamma Sundgaard Lund von der Universität Kopenhagen schreibt.

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Die Forscherin stellt jetzt die Ergebnisse einer eigenen Studie vor, an der an 9 Hausarztpraxen in Dänemark insgesamt 70 Frauen mit mittelschweren bis schweren klimakterischen Beschwerden teilnahmen. Die Frauen wurden nach dem Los einer Akupunktur- und einer Kontrollgruppe zugeteilt, in der keine Behandlung durchgeführt wurde. Auf eine Scheinakupunktur wurde verzichtet, da laut Lund ihr Placebocharakter nicht erwiesen ist. 

Die Akupunktur war auf die Möglichkeiten einer Hausarztpraxis zugeschnitten. Die Sitzungen erfolgten über 5 Wochen einmal wöchentlich und dauerten nur 15 Minuten. Die Behandlungen wurden von Hausärzten durchgeführt, die eine Fortbildung zur Akupunktur besaßen und diese seit durchschnittlich 14 Jahren praktizierten. Die Behandlung wurde nach dem Konzept der „Western Medical Acupuncture“ durchgeführt. Die Nadeln wurden an den Punkten CV-3, CV-4, LR-8, SP-6 und SP-9 eingestochen und für einige Sekunden gedreht, um das „de-qi“ zu erzeugen.

Die Beschwerden der Frauen wurden mit einem MenoScores-Fragebogen erfasst, den Lund mitentwickelt hat. Er umfasst 11 Skalen zu den einzelnen Symptomen. Primärer Endpunkt waren die Auswirkungen auf die Hitzewallungen, die das Kardinalsymptom der klimakterischen Beschwerden sind. Hier kam es auf einer von 0 bis 6 Punkte reichenden Skala durch die Akupunktur zu einer Verbesserung gegenüber der Kontrollgruppe um 1,6 Punkte (95-%-Konfidenzintervall 0,8 bis 2,3 Punkte). Eine Woche nach dem Ende der Behandlung gaben 80 % der Frauen in der Akupunkturgruppe an, dass die Behandlungen ihnen geholfen hätten.

Signifikante Verbesserungen gegenüber der Kontrollgruppe wurden auch in den Skalen zum Tag- und Nachtschweiß, zum allgemeinen Schwitzen, zu Schlafstörungen, zu emotionaler Verletzlichkeit, zu körperlichen Symptomen und zu Haut- und Haar­problemen gefunden. Bei Gedächtnisstörungen, abdominalen Symptomen, Harn- und Vaginalbeschwerden, sexuellen Funktionsstörungen und Müdigkeit bestanden keine signifikanten Vorteile gegenüber der Kontrollgruppe.

Die Verträglichkeit der Behandlung war laut Lund gut. Bis auf eine hätten alle Frauen an den 5 Akupunkturen teilgenommen. Da es keine Vergleichsgruppe mit einer Scheinakupunktur gab, sei ein Placeboeffekt nicht auszuschließen, gesteht Lund ein. Die Kurzakupunktur sei jedoch eine Behandlung, die sich leicht in die Grundversorgung integrieren lasse und von den betroffenen Frauen angenommen würde. Für Frauen, die keine Hormontherapie anwenden können oder wollen, sei sie eine realistische Alternative. © rme/aerzteblatt.de

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