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Fresenius leidet unter Schwächen bei Kliniken

Mittwoch, 20. Februar 2019

/dpa

Bad Homburg – Der Gesundheitskonzern Fresenius will nach einem steinigen Jahr mit Milliardeninvestitionen wieder an glänzende Zeiten anknüpfen. Insgesamt sollen 2,5 Milliarden Euro fließen, um in Deutschland mehr Pfleger einzustellen, bei Nachahmer­medikamenten zuzulegen, Kliniken in Lateinamerika zu kaufen und bei Nieren­patienten in China zu wachsen, sagte Fresenius-Chef Stephan Sturm heute in Bad Homburg. Trotz Schwächen im hiesigen Krankenhaus-Geschäft und der Dialysetochter FMC erzielte der Konzern 2018 das 15. Rekordjahr in Folge.

Dank starker Geschäfte mit Flüssigmedizin wie Infusionen kletterte der Umsatz binnen Jahresfrist um 2 Prozent auf 33,5 Milliarden Euro, der Gewinn um vier Prozent auf 1,871 Milliarden Euro. Fresenius-Aktien stiegen um mehr als vier Prozent auf gut 48 Euro. Die Anleger sollen nun 80 Cent Dividende je Papier erhalten, fünf Cent mehr als im Vorjahr.

Im vierten Quartal verschärften sich jedoch die Probleme bei der Kliniktochter Helios mit 86 Krankenhäusern Deutschland. Sie leidet darunter, dass weniger Patienten über Nacht bleiben, sondern ambulant behandelt werden. Das spart den Krankenkassen Geld, drückt aber bei Fresenius die Fallzahlen. Sturm bündelt zudem regional Therapiefelder in den Kliniken, was Ärzte verärgert. Fresenius sprach nun von einer „unerwartet hohen Fluktuation“ von Medizinern, auch Pfleger wurden knapp. Im vierten Quartal fiel das Helios-Ergebnis um 16 Prozent.

Fresenius-Chef Sturm erklärte, die Prozesse bei Bewerbungen würden verbessert und dieses Jahr 1.000 neue Pfleger eingestellt. Der deutsche Krankenhausmarkt bleibe mit der Überalterung der Gesellschaft attraktiv. Hingegen läuft es bei der spanischen Klinikkette Quirónsalud von Helios rund. Sturm kündigte Übernahmen in Lateinamerika an, wo Quirónsalud in Kolumbien zugekauft hatte. „Wir werden uns auf Länder mit politischer Stabilität konzentrieren.“

Der erfolgsverwöhnte Gesundheitskonzern hatte vergangenes Jahr mehrfach Prognosen korrigiert und auch die mittelfristigen Ziele gekappt – die Aktien brachen daraufhin ein. Die geplante Milliardenübernahme des US-Konzerns Akorn erwies sich zudem als Fehlschlag, der erst vor Gericht abgewendet werden konnte. „Wir haben unsere Lektion gelernt“, sagte Sturm. Er versprach nun mittelfristig mindestens vier Prozent Umsatz­wachstum pro Jahr aus eigener Kraft.

Bei Fresenius Medical Care (FMC) sank der Umsatz 2018 auf vergleichbarer Basis um ein Prozent auf 16,55 Milliarden Euro und das bereinigtes Konzernergebnis um zwei Prozent auf 1,19 Milliarden Euro. Den Konzern belasten unter anderem weniger Geschäfte mit privat versicherten Patienten. Mit Aktienrückkäufen von bis zu einer Milliarde Euro binnen zwei Jahren will FMC nun Investoren erfreuen. Das Unternehmen peilt ferner Wachstum in der Heimdialyse an, die Nierenpatienten eine komfortablere Behandlung zu Hause ermöglicht.

Die geplante Übernahme des US-Konzerns NxStage, die sich zuletzt verzögert hatte, solle „in den nächsten Tagen“ abgeschlossen werden, sagte FMC-Chef Rice Powell. Zudem will der Konzern sein Netz an Behandlungszentren in China ausbauen. In der Volksrepublik leiden mehr als 120 Millionen Menschen an chronischen Nierenerkrankungen. © dpa/aerzteblatt.de

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H.-D. Falkenberg
am Donnerstag, 21. Februar 2019, 10:58

Fresenius leidet unter Schwächen in den Kliniken

Der Gesamtkonzern hat mit einem Umsatz von 33,5 Milliarden Euro und einem Gewinn (nicht definiert) in Höhe von 1,871 Euro einen Überschuss (nicht genau definierbar, siehe Gewinn!) von 5,585 Prozent erwirtschaftet. Manch anderer Konzern nicht nur im Gesundheitswesen wünscht sich dieses Traumergebnis. letztendgültig kann aber nur eine ausgefeilte Kostenstellen-, ergänzt um eine Kostenträgerrechnung, verlässliche Auskünfte über die einzelnen Sparten des Unternehmens erteilen. Außerdem gibt es in den Ländern, die einen ähnlich dramatischen demografischen Wandel zu bewältigen haben (z.B. auch China, zuzüglich der negativen Folgen der mittlerweile aufgegebenen Ein-Kind-Politik!) wie Deutschland, ausreichend viele Expansionsmöglichkeiten mit Synergieeffekten, sprich: mehr Umsatz, aber nicht entsprechend mehr Aufwand.
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