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Politik

Krankenpfleger Jorde fordert mehr politisches Engagement von Pflegekräften

Donnerstag, 21. Februar 2019

Alexander Jorde /dpa

Berlin – Der Krankenpfleger Alexander Jorde hat die Pflegekräfte in Deutschland dazu aufgerufen, sich stärker berufspolitisch zu engagieren. „Wir Pflegekräfte sind nur zu etwa zehn Prozent in Gewerkschaften organisiert“, sagte Jorde heute bei der Vorstellung seines Buches „Kranke Pflege“ in Berlin. „Wenn wir eine Organisationsquote von 50 Prozent hätten, hätten wir viel mehr Möglichkeiten, unsere Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und einer besseren Vergütung durchzusetzen.“ Jorde wurde der Öffentlichkeit bekannt, als er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der ARD-Wahlarena im September 2017 mit seiner Kritik an den schlechten Verhältnissen in der Pflege konfrontierte.

Zu viele Pflegekräfte „sind weder politisch engagiert, noch tun sie aktiv etwas für Verbesserungen“, kritisiert Jorde in seinem Buch. „Sie schielen stattdessen auf andere Branchen und jammern: Die Arbeitnehmer dort bekämen mehr Lohn, hätten bessere Arbeitsbedingungen und Regularien. Das ist richtig und liegt daran, dass diese Branchen unter anderem eine hohe Gewerkschaftsbeteiligung aufweisen. Dass sie sich für diese Veränderungen eingesetzt haben und häufig streiken, das ist nicht Teil der Diskussion.“ 

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Hierarchie zwischen Ärzten und Pflegekräften beenden

Jorde stellt in seinem Buch auch viele politische Forderungen. So müssten die Pflege­personaluntergrenzen, die bislang lediglich für vier Abteilungen in Krankenhäusern gelten, auf alle Stationen ausgeweitet werden. Darüber hinaus müsse eine bedarfs­gerechte Pflegebedarfsbemessung erfolgen. Um die Pflegeversicherung zu finanzieren, schlug Jorde vor, die Einkommen aller Bürger, auch die der Privatversicherten, heranzuziehen sowie die Beitragsbemessungsgrenze abzuschaffen. Heute trügen insbesondere die mittleren und unteren Einkommen die finanzielle Last, kritisierte Jorde. 

Zudem forderte er die Errichtung einer Bundes­pflege­kammer, die die Pflege auf Bundesebene politisch vertritt. Auf diese Weise könne man wegkommen von der Hierarchie, die es heute noch zwischen Ärzten und Pflegekräften gebe. Auch im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss müsse die Pflege stimmberechtigt vertreten sein. © fos/aerzteblatt.de

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