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Medizin

Das „gute Frühstück“ hilft nicht beim Abnehmen

Donnerstag, 21. Februar 2019

/karepa, stockadobecom

Melbourne – Vielen Menschen gilt das Frühstück als die wichtigste Mahlzeit des Tages, um ihr Gewicht zu halten oder um abzunehmen. Das könnte eine Fehlannahme sein. 

Wissenschaftler der Monash University in Melbourne haben in einer Metaanalyse die Auswirkungen eines regelmäßigen Frühstücks auf die Gewichtsveränderung und die tägliche Energiezufuhr untersucht. Sie werteten dazu die Daten aus 13 randomisierten kontrollierten Studien aus den vergangenen 28 Jahren aus, vornehmlich aus den USA und Großbritannien.

Mehrere Studien konzentrierten sich auf den Zusammenhang zwischen dem Einnehmen oder dem Überspringen des Frühstücks und Änderungen des Körper­gewichts, während andere die Auswirkungen des Frühstücks auf die tägliche Energie­aufnahme betrachteten. Die Arbeit ist im British Medical Journal erschienen (2019; doi: https://www.bmj.com/content/364/bmj.l42).

Die Forscher fanden heraus, dass die tägliche Gesamtenergiezufuhr in Gruppen, die Frühstück aßen, höher war als in Gruppen, die es übersprangen, nämlich durch­schnittlich 260 Kilokalorien. Die Ergebnisse zeigten außerdem, dass diejenigen, die auf das Frühstück verzichtet hatten, durchschnittlich 0,44 kg leichter waren. Die Wirkung des Frühstücks auf das Gewicht unterschied sich dabei laut den Forschern nicht zwischen Menschen mit Normalgewicht und solchen mit Übergewicht.

Die Autoren betonen, dass ihre Ergebnisse aufgrund der unterschiedlichen Qualität der enthaltenen Studien mit Vorsicht interpretiert werden sollten. Sie argumentieren jedoch, dass „die verfügbaren Beweise derzeit keine Unterstützung dafür bieten, den Verzehr von Frühstück als eine gute Strategie zum Abnehmen anzusehen“. „Obwohl das regelmäßige Frühstück andere wichtige Effekte haben könnte, ist Vorsicht geboten, wenn man das Frühstück zur Gewichtsabnahme bei Erwachsenen empfiehlt, da es den gegenteiligen Effekt haben könnte“, schließen sie.

In einem Editorial zum Thema kommentiert Tim Spector, Professor für genetische Epidemiologie am King's College London: „Uns wird gesagt, dass das Frühstück unseren Stoffwechsel fördert und dass das Überspringen uns viel hungriger macht, so dass wir zu viel essen und zunehmen.“ Diese Grundüberzeugung sei in vielen Gesundheitsrichtlinien und Lebensmittelratgebern auf der ganzen Welt niedergelegt. „Aber was ist, wenn dies nur ein weiterer Diätmythos ist?“ so Spector. © hil/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #735550
rp__bt
am Donnerstag, 21. Februar 2019, 21:58

Muß es auch nicht!

Dann hilft das gute Frühstück eben nicht beim Abnehmen, Himmel, A.... und Zwirn! Kann das vielleicht auch mal beim Gut-Leben helfen, die Lebensqualität erhöhen, oder muß immer alles nur zur Selbstkasteiung und zum Dünnwerden und zum Laborzettelschminken taugen, damit wir es empfehlen dürfen?
LNS
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