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Große Mehrheit der Deutschen befürwortet Impfpflicht für Krippen- und Kindergartenkinder

Donnerstag, 21. Februar 2019

/dpa

Villingen-Schwenningen – 87 Prozent der Bundesbürger halten eine Impfpflicht für Krippen- und Kindergartenkinder für sinnvoll, 81 Prozent auch für Schulkinder. Das geht aus einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage der Schwenninger Krankenkasse unter mehr als 2.000 Bundesbürgern hervor. Geringer ist die Zustimmung für eine Impfpflicht für Erwachsene: Diese halten nur 40 Prozent der Befragten für sinnvoll. Allerdings zeigen sich 60 Prozent offen für regelmäßige Erinnerungen an Impfungen, beispielsweise über digitale Gesundheitsakten oder Smartphone-Apps.

„Die überwältigende Mehrheit der Bundesbürger erkennt die gesamtgesellschaftliche Verantwortung, die mit dem Piks beim Arzt einhergeht. Sie weiß: Impfen rettet Leben“, erklärte Siegfried Gänsler, Vorsitzender des Vorstandes der Schwenninger Kranken­kasse. Er betonte, dies sein „eine hervorragende Grundlage, um der Impfmüdigkeit in Deutschland zu begegnen“.

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Allerdings seien noch größere Anstrengungen nötig, um die Vorteile des Impfens breit bekannt zu machen. Denn 40 Prozent der Befragten fühlen sich über Wirkungen und Nebenwirkungen von Impfungen nicht ausreichend informiert. Sie haben Angst vor möglichen Risiken. „Auch die Gesundheitsbildung in der Schule und der öffentliche Gesundheitsdienst müssen gestärkt werden“, fordert der Schwenninger-Vorstand.

Die Umfrage bestätigt frühere Ergebnisse zum Thema Impfen: Kitaplätze sollten laut einer Umfrage für 80 Prozent der Deutschen nur an geimpfte Kinder vergeben werden, ergab eine Umfrage des des Meinungsforschungsinstituts Civey im August vergangenen Jahres.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert seit Jahren eine Impfpflicht für Kinder, die eine Kita besuchen. „Ich habe keine Lust mehr, mich mit Verschwörungs­theoretikern auseinanderzusetzen“, sagte dessen Präsident Thomas Fischbach im März vergangenen Jahres. Impfungen seien gut verträglich und böten einen hohen Schutz vor gefährlichen Erkrankungen. „Lässt man sie weg, führt das zu Todesfällen, die einfach nicht sein müssten“, betonte er.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sieht dies ebenso: „Ich selbst befürworte bei einer so gefährlichen Krankheit wie den Masern eine Impfpflicht“, sagte er Anfang des Jahres.  

Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) sieht eine Impfpflicht dagegen skeptisch. „Überzeugung ist besser als Zwang“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur anlässlich einer Expertenanhörung des Deutschen Ethikrates zu nationalen und internationalen Impfstrategien heute in Berlin. Eine Pflicht bedeute einen erheblichen Eingriff in das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und bei Kindern in das Sorgerecht der Eltern, sagte Huml. „Deshalb sollte eine allgemeine Impfpflicht nur als letzte Möglichkeit in Erwägung gezogen werden, wenn andere Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen“, betonte sie.

© hil/aerzteblatt.de

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MITDENKER
am Montag, 25. Februar 2019, 15:45

AUSBRÜCHE AUCH IN DURCHGEIMPFTEN KOLLEKTIVEN

MAN BEDENKE DIE ERGEBNISSE DIESER (UND ÄHNLICHER STUDIEN):

N Engl J Med. 1987 Mar 26;316(13):771-4. Masern-Ausbruch in einer vollständig immunisierten Sekundarschulpopulation. Gustafson TL, Lievens AW, Brunell PA, Moellenberg RG, Buttery CM, Sehulster LM. Abstrakt Im Frühjahr 1985 kam es in Corpus Christi, Texas, zu einem Ausbruch von Masern bei Jugendlichen, obwohl die Impfvorschriften für den Schulbesuch gründlich durchgesetzt worden waren. Serumproben von 1806 Schülern an zwei Sekundarschulen wurden acht Tage nach Beginn des ersten Falles entnommen. Nur 4,1 Prozent dieser Studenten (74 von 1806) fehlten nach enzymgebundenem Immunosorbent-Assay nachweisbare Antikörper gegen Masern, und mehr als 99 Prozent hatten Aufzeichnungen über die Impfung mit Masern-Lebendimpfstoff. Die geschichtete Analyse zeigte, dass die Anzahl der erhaltenen Impfstoffdosen der wichtigste Indikator für die Antikörperreaktion war. Fünfundneunzig Prozent Konfidenzintervalle der seronegativen Raten waren 0 bis 3,3 Prozent für Studenten, die zwei vorherige Dosen von Impfstoff erhalten hatten, im Vergleich zu 3,6 bis 6,8 Prozent für Studenten, die nur eine einzige Dosis erhalten hatten. Nach der Umfrage erkrankte keiner der 1732 seropositiven Studenten an Masern. Vierzehn von 74 seronegativen Studenten, die alle geimpft worden waren, erkrankten an Masern. Darüber hinaus konvertierten drei seronegative Studenten ohne irgendwelche Symptome. Wir kommen zu dem Schluss, dass Masernausbrüche in weiterführenden Schulen auftreten können, auch wenn mehr als 99 Prozent der Schüler geimpft sind und mehr als 95 Prozent immun sind. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3821823
Avatar #759489
MITDENKER
am Montag, 25. Februar 2019, 14:58

Mitdenker

Dazu kann ich nur sagen:
https://www.bundestag.de/blob/413560/40484c918e669002c4bb60410a317057/wd-3-019-16-pdf-data.pdf

Zitat daraus: "Allerdings besteht bei Impfungen durch die vorsätzliche Infektion mit abgeschwächten Krankheitserregern eine Gefährdung der Gesundheit der geimpften Menschen, da in sehr seltenen Fällen auch bleibende Nebenwirkungen beobachtet werden.5 Der Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit wiegt somit schwer."

Summa summarum bin ich da ausnahmsweise bei der "law and order"-Partei CSU u. nicht bei der ach so (sozial)liberalen SPD, die bei dem Thema vom fliegentragenden Lauterbach dominiert wird. Ob ihr das Recht ist?
LNS

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