NewsAuslandUS-Firma verkauft keine Geräte mehr an China für DNA-Datenbank der Uiguren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

US-Firma verkauft keine Geräte mehr an China für DNA-Datenbank der Uiguren

Freitag, 22. Februar 2019

China, Kashgar: Muslimische Männer der Uiguren kommen aus der Id-Kah-Moschee nach den Freitagsgebeten. /dpa

New York – Die US-Technologieunternehmen Thermo Fisher stellt die Lieferung von Geräten an China ein, mit der die Volksrepublik eine DNA-Datenbank der Minderheit den Uiguren erstellt. Einen entsprechenden Bericht der New York Times bestätigte das Unternehmen am Donnerstag. Ein Firmensprecher sagte, als „weltweit führender Partner der Wissenschaft“ müsse sich das Unternehmen damit befassen, „wie unsere Produkte und Dienstleistungen von unseren Kunden genutzt werden – oder genutzt werden könnten“.

Die mehr als zehn Millionen Uiguren sind eine turkstämmige muslimische Minderheit und leben mehrheitlich in der Region Xinjiang im Nordwesten Chinas. Nach UN-Schätzungen werden bis zu eine Million Uiguren und andere turkstämmige Muslime willkürlich in Internierungslagern festgehalten und dort politisch und kulturell indoktriniert. In den vergangenen Jahren weitete China zudem die Überwachung der Minderheit massiv aus – auch mithilfe modernster Technologie.

Anzeige

Seit 2016 gibt es immer Berichte über Blutentnahmen in Xinjiang. Wie die New York Times berichtete, haben chinesische Behördenvertreter die Blutproben als Teil von kostenlosen Gesundheitsuntersuchungen dargestellt. Laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua haben rund 36 Millionen Menschen an dem Programm teilgenommen – also mehr als nur die Minderheit den Uiguren.

Im Frühjahr 2017 hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtet, China habe Geräte zum Ausbau von DNA-Sequenzanalysen gekauft. Das US-Wissenschaftsmagazin Nature bestätigte diese Angaben und nannte die US-Firma Thermo Fisher. Am Donnerstag berichtete die New York Times, bei den Überwachungsmaßnahmen stütze sich die Volksrepublik auch auf „amerikanisches Know-how“.

Thermo Fisher kündigte daraufhin an, keine Geräte mehr nach Xinjiang zu liefern. Obwohl Thermo Fisher in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist, handelt es sich um einen Technologieriesen mit einem Umsatz von 24,3 Milliarden Dollar (21,4 Milliarden Euro) im vergangenen Jahr. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. März 2019
Melsungen – Wechselkursschwankungen haben den Medizintechnikhersteller B. Braun viel Geld gekostet. „2018 war zufriedenstellend. Was uns nicht gefallen hat, ist das Ergebnis“, sagte der scheidende
B. Braun durch schwache Auslandswährungen gebremst
20. März 2019
Weimar – Der Jenaer Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec rechnet wegen der weltweit steigenden Nachfrage nach Augenbehandlungen mit einem weiteren Aufwärtstrend. „Wir erwarten, dass wir im
Meditec-Vorstand hält an Geschäftsprognose fest
15. März 2019
Pretoria – Erneut haben Ärzte in Südafrika Medizingeschichte geschrieben: Wie die Universität von Pretoria gestern mitteilte, sei es einem Ärzteteam erstmalig gelungen, ein Mittelohr aus dem
In Südafrika erstmals Mittelohr aus 3-D-Drucker transplantiert
14. März 2019
Berlin – Die Industrie sollte bei der Begutachtung von stationären Leistungen mit Medizinprodukten durch die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDS/MDK) stärker eingebunden werden. Darauf pocht
Medizintechnikindustrie will bei MDK-Begutachtungen mitreden
7. März 2019
Lübeck – Der Dräger-Konzern ist im vergangenen Jahr weniger stark gewachsen als erhofft. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging auf 62,6 Millionen Euro zurück. 2017 hatte es noch bei mehr als
Dräger muss Einbußen verkraften
26. Februar 2019
Boston – US-Forscher haben eine einfache Modifikation an Injektionsspritzen vorgenommen, die die Applikation von Medikamenten in Hohlräume erleichtern soll. Der „intelligent injector for tissue
„Intelligente“ Spritze für schwierige Injektionen entwickelt
21. Februar 2019
Berlin – Mehr als zwei Drittel der Menschen in Deutschland (68 Prozent) haben bereits von der Möglichkeit gehört, sich Chipimplantate einsetzen zu lassen, zum Beispiel für die Überwachung von
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER