NewsPolitikThüringen: Ministerium legt überarbeiteten Vorschlag zu Rettungsleitstellen vor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Thüringen: Ministerium legt überarbeiteten Vorschlag zu Rettungsleitstellen vor

Freitag, 22. Februar 2019

/dpa

Erfurt – In der Debatte um die künftige Struktur der Leitstellen für Notarzt- und Rettungseinsätze in Thüringen liegt ein neuer Vorschlag auf dem Tisch. Nach Abstimmungen mit den Kommunen schlägt das Innenministerium nunmehr sechs statt vier Standorte vor – zwei in Ostthüringen und je eine in Mittel-, Süd-, West- und Nordthüringen. Der Strukturvorschlag berücksichtige die Wünsche der Aufgabenträger besser, teilte Innenstaatssekretär Udo Götze heute nach einer Beratung mit Vertretern von Kommunen, Verbänden und Krankenkassen mit. Derzeit gibt es 13 Leitstellen. 

Wegen der erforderlichen Investitionen in digitale Leitstellentechnik, höhere Fachanforderungen an das Personal und den zunehmenden Kostendruck bei immer mehr Rettungseinsätzen will das Land diese Zahl bündeln.

Anzeige

Der modifizierte Vorschlag sieht unter anderem vor, dass es in Ostthüringen nicht nur einen, sondern zwei Standorte geben soll – in Gera und Jena. Einer davon soll landesweite Zentralaufgaben beim Test neuer Technik und als Ausbildungsleitstelle übernehmen. Die Städte Gera und Jena hatten sich kürzlich auf einen gemeinsamen Leitstellenverbund Ostthüringen geeinigt. Auch der Saale-Orla-Kreis will diesem beitreten, eine entsprechende Empfehlung gibt es auch vom Kreistag Saalfeld-Rudolstadt.

Die Kreise Weimarer Land, Unstrut-Hainich und Eichsfeld hätten keine Vorschläge zum Ministeriumsvorschlag vom Sommer eingereicht, sagte ein Ministeriumssprecher heute. Sie hatten wiederholt auf Beibehaltung der bisherigen Strukturen gepocht.

An der Effizienz kleiner Leitstellen im ländlichen Raum mit verhältnismäßig wenigen Einsätzen hatten vor allem die Krankenkassen wiederholt Zweifel geäußert. Die Kassen finanzieren die Leitstellen über eine Pauschale und vergüten außerdem Rettungs­fahrten zu Kliniken, Krankentransporte und Notarzteinsätze.

Ein im vergangenen Sommer vorgestelltes Gutachten im Auftrag des Innen­minis­teriums hatte ursprünglich nur noch vier Leitstellen empfohlen. Der Einzugs­bereich der einzelnen Leitstellen mit derzeit teilweise weniger als 100.000 Einwohnern sollte nach dem Gutachten auf jeweils mindestens 347.000 Einwohner angehoben werden. Die Kommunen, die Betreiber der Leitstellen sind, hatten dazu Stellung genommen.

Zu dem überarbeiteten Vorschlag können sich die Kommunen nun bis April äußern. Eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Land und Kommunen über die künftige Struktur soll voraussichtlich im Frühjahr 2020 geschlossen werden. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. März 2019
Erfurt – Nicht alle Unternehmen in Thüringen kümmern sich ausreichend um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Das ist der Zwischenstand eines Modellprojekts für mehr Arbeitsschutz in Thüringen, der
Gesundheitsvorsorge in manchen Unternehmen mangelhaft
19. März 2019
Erfurt – Beamte in Thüringen können künftig einen Zuschuss für die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) erhalten. Von 2020 an werde sich das Land auch an den Kosten für die GKV beteiligen, sagte
Thüringen will Beitrag zur gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung für Beamte bezuschussen
15. März 2019
Erfurt – Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Thüringen ist im vergangenen Jahr auf 3.176 gestiegen. Das waren 141 oder 4,6 Prozent mehr als 2017, wie das Statistische Landesamt gestern in Erfurt
Mehr Schwangerschaftsabbrüche in Thüringen registriert
7. März 2019
Erfurt – In den Frauenhäusern Thüringens fehlen derzeit rund 150 Plätze. Nach einer EU-Richtlinie, die im Februar 2018 in Deutschland in Kraft getreten sei, seien für das Land 290 Plätze erforderlich,
In Thüringens Frauenhäusern fehlen 150 Plätze
4. März 2019
Weimar – Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel gelten in Thüringen künftig andere Regelungen für den Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte. Bestimmte sogenannte
Geänderte Regeln für ärztlichen Bereitschaftsdienst in Thüringen
21. Februar 2019
Berlin – Die zweite Runde der Tarifverhandlungen zwischen dem Marburger Bund (MB) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ist laut dem MB „ohne substanzielle Fortschritte“ zu Ende
Tarifverhandlungen für Ärzte an kommunalen Häusern ohne Fortschritte
15. Februar 2019
Stuttgart –Patienten fühlen sich in den 120 baden-württembergischen Notfallpraxen des Landes gut aufgehoben. Das hat eine Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württembergs (KVBW) ergeben.
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER