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Neue App ermöglicht Bürgerbeteiligung an der Gedächtnisforschung

Freitag, 22. Februar 2019

/Bits and Splits, stockadobecom

Magdeburg – Eine neue App für Smartphone und Tablets, mittels der sich wissenschaftliche Laien an der Gedächtnisforschung beteiligen können, hat das Deutsche Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) vorgestellt. Die App ist Teil des Bürgerforschungsprojekts „Gemeinsam Gedächtnis erforschen – welche Faktoren beeinflussen unsere Merkfähigkeit im Alltag“. Daran beteiligen sich auch das Institut für Kognitive Neurologie und Demenzforschung (IKND) am Universitäts­klinikum Magdeburg und das Unternehmen neotiv als Projektinitiator. Der wissenschaftliche Fokus liegt vor allem auf der Fragestellung, inwiefern sich Schlafqualität und grippale Infekte auf die Gedächtnisleistung auswirken.

Emrah Düzel, Sprecher des DZNE-Standortes Magdeburg und Mitgründer von neotiv, betonte, es sei schwierig, die Auswirkungen einer Erkältung auf Kognition und Gedächtnis im klinischen Umfeld kontrolliert zu beobachten. Der Einsatz einfach zugänglicher und digitaler Anwendungen in der Forschung mache es dagegen möglich, neue Fragestellungen anzugehen. „Forschung wird spielerisch in den Lebensalltag der Bevölkerung integriert und es können Informationen gewonnen werden, die vorher nicht zugänglich waren“, sagte er.

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Aus der Grundlagenforschung sei bekannt, dass sich Lebensstilveränderungen und gesundheitliche Faktoren auf die Gedächtnisleistung auswirken. „Um diese Einflüsse besser verstehen zu können, müssen kognitive Funktionen über einen längeren Zeitraum beobachtet werden“, erklärte Düzel.

Nach Installation der App können Nutzer wöchentlich Gedächtnistests durchführen. Diese Tests stammen aus aktuellen Forschungsarbeiten, dauern rund zehn Minuten und werden durch Gesundheitsfragebögen ergänzt. Die App stellt dem Nutzer beispiels­weise Bilder vor und fordert ihn auf, sich die Position der dargestellten Objekte zu merken. Alle Daten und Messwerte werden anonymisiert und nach aktuellen Datenschutzrichtlinien behandelt. Das DZNE und das IKND werten sie aus.

Düzel betont, die App sei kein Instrument der Selbstdiagnose, sie mache zum Beispiel keine Aussagen über etwaige Gedächtnisprobleme. Neben der wissenschaftlichen Datenerhebung ermögliche sie aber die Interaktion mit Bürgern. Die Aufklärung und Sensibilisierung für Risikofaktoren der Alzheimer-Demenz spiele eine wichtige Rolle. „Das Projekt leistet einen Beitrag dazu, dass langfristig Methoden zur Vorsorge und Frühdiagnostik verbessert werden können“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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