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Medizin

Asthma: Auf systemische Cortikosteroide sprechen nicht alle Patienten an

Dienstag, 26. Februar 2019

Die Anatomie eines Asthma-Anfalls (rechts): Die Bronchialmuskulatur zieht sich zusammen und schnürt so die Atemwege ein. /freshidea stock.adobe.com
Die Anatomie eines Asthmaanfalls (rechts): Die Bronchialmuskulatur zieht sich zusammen und schnürt so die Atemwege ein. /freshidea stock.adobe.com

Pittsburgh – Menschen mit Asthma reagieren unterschiedlich auf eine Therapie mit Cortikosteroiden (CS). Bei welchen Patienten Nebenwirkungen durch CS zu erwarten sind, konnten Forscher der Carnegie Mellon University und der University of Pittsburgh mithilfe eines neuen Algorithmus vorhersagen. Sie publizierten ihre Ergebnisse im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine (2019; doi: 10.1164/rccm.201808-1543OC).

Die Forscher verwendeten einen maschinellen Lernalgorithmus, um das Severe Asthma Research Program (SARP) nach 100 Variablen bei 346 erwachsenen Patienten zu durchsuchen. Die 12 wichtigsten Variablen wurden identifiziert (siehe Kasten) und daraus 4 Cluster validiert. Darunter 2 für schwere Asthmatiker – eine, die auf systemische CS reagierte und eine, die nicht reagierte. 

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12 Variablen:

Alter, Aktivitätseinschränkung (AQLQ), Alter bei Diagnose, Body Mass Index, Lungen­funktion (FEV1 vor Einnahme eines Bronchodilators), Makrophagenanteil im Sputum, Anzahl der spezifischen IgE, Reaktion auf FVC-Albuterol, Pulsschlag, Gesamtzahl der Leukozyten, kultureller Hintergrund, Anteil der Eosinophile im Sputum

Die Cluster 1 und 2 waren junge Asthmatiker, die moderat auf CS reagieren und eine relativ normale Lungenfunktion hatten. Cluster 3 wurde Asthmatikern zugeordnet, bei denen die Krankheit erst spät einsetzte und die eine schlechte Lungenfunktion vorzuweisen hatten mit hohen Ausgangswerten für Eosinophilie. Diese Gruppe profitierte am meisten von CS, sagt Erstautorin Wei Wu von der Carnegie Mellon University, School of Computer Science dem Deutschen Ärzteblatt.

Den geringsten Nutzen, teilweise sogar mit Nachteilen behaftet, zogen Patienten des Clusters 4 aus einer Dosiseskalation der CS-Therapie. Hierbei handelte es sich vor allem um junge fettleibige Frauen mit einem stark begrenzten Luftstrom und geringer eosinophiler Entzündung.

Die Studie befasste sich mit Cortikosteroidpillen und -injektionen, nicht mit den weit verbreiteten Cortikosteroidinhalatoren. Von einigen Überschneidungen in den Reaktion auf CS in beiden Verabreichungsformen sei aber auszugehen, sagt Wu.

Sobald eine Software verfügbar wäre, um das Ansprechen auf CS vorherzusagen, würde sich die Verordnungspraxis ändern, vermutet Sally E. Wenzel, Seniorautorin der Studie. Ärzte würden häufiger zu alternativen Therapien wechseln, anstatt die Cortikosteroiddosis zu erhöhen, wenn die Patienten nicht ansprechen. © gie/aerzteblatt.de

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