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Medizin

Wie die Nebenwirkungen einer Cortisontherapie entstehen

Dienstag, 26. Februar 2019

/granata68, stockadobecom

München – Münchner Wissenschaftler haben einen Mechanismus beschrieben, der bei einer langfristigen Behandlung mit entzündungshemmenden Steroiden zu einem sogenannten Steroid-Diabetes führt. Die Arbeit ist im Fachmagazin Nature Communications erschienen (2019; doi: 10.1038/s41467-018-08196-5).

„Glukokortikoide wie Cortison werden seit vielen Jahrzehnten für die Behandlung von Entzündungskrankheiten wie Asthma oder Rheuma eingesetzt und sind das meistverschriebene Präparat zur entzündungshemmenden Behandlung“, erläutert Henriette Uhlenhaut, Gruppenleiterin am Institut für Diabetes und Adipositas des Helmholtz Zentrums München (IDO) sowie am Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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Nachdem die Glukokortikoide an ihren Rezeptor in den Körperzellen gebunden haben, beginnt dieser damit, zahlreiche Gene ein- und auszuschalten. „Dazu zählen auch verschiedene Stoffwechselgene, was in der Konsequenz zum sogenannten Steroid-Diabetes führen kann“, so Uhlenhaut.

In der aktuellen Studie untersuchte ihr Team gemeinsam mit Kollegen vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin, dem Salk Institute in San Diego und der Universität Freiburg nach den genauen Mechanismen, die nach der Bindung der Steroide an den Rezeptor ablaufen. „Dabei fiel uns vor allem der Transkriptions­faktor E47 auf, der gemeinsam mit dem Glukokortikoidrezeptor für die veränderten Genaktivitäten speziell in Leberzellen sorgt“, erklärt Charlotte Hemmer, Doktorandin am IDO und Erstautorin der Arbeit.

Die Forscher untersuchten die Bedeutung von E47 im Tiermodell. „Tatsächlich führte hier das Fehlen von E47 zu einem Schutz vor den negativen Effekten der Glukokor­tikoide, während die Steroidgabe bei intaktem E47 mit Stoffwechsel­veränderungen wie Überzucker, erhöhten Blutfetten oder einer Fettleber verbunden war“, so Hemmer. 

Die Arbeitsgruppe will jetzt zusammen mit klinischen Kooperationspartnern herausfinden, ob sich die Ergebnisse auch am Menschen bestätigen lassen. Die Aussichten dafür sind laut den Wissenschaftlern gut, weil die Komponenten des neu gefundenen Mechanismus auch beim Menschen existieren. „In diesem Fall könnten sich neue therapeutisches Eingriffsmöglichkeiten anbieten, um den Nebenwirkungen einer Steroidtherapie entgegenzuwirken“, hofft Uhlenhaut. © hil/aerzteblatt.de

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