NewsVermischtesMediziner warnt vor Erregern in Rindfleisch und Milchprodukten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Mediziner warnt vor Erregern in Rindfleisch und Milchprodukten

Dienstag, 26. Februar 2019

/dpa

Heidelberg – Ein Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) sieht mögliche Gefahren durch eine bestimmte Klasse von Erregern in Rindfleisch und Kuhmilch. Sogenannte Bovine Meat and Milk Factors (BMMF) können der Hypothese zufolge chronische Entzündungen verursachen, die ein höheres Risiko insbesondere für Dickdarm-, möglicherweise auch für Brust- und Prostatakrebs bedeuten können, wie der Mediziner Harald zur Hausen heute in Heidelberg erklärte. Das weltweit zu beobachtende Verteilungsmuster der Neuerkrankungsraten von Darm- und Brustkrebs deute auf einen engen Zusammenhang mit dem Konsum von Milch- und Fleisch­produkten vom europäischen Rind (Bos taurus) hin, hieß es vom DKFZ.

Das Wissen um die BMMF – bestimmte DNA-Bestandteile – eröffne zugleich Präventionsmöglichkeiten, sagte zur Hausen, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des DKFZ. Muttermilch biete wegen des natürlichen Gehalts an bestimmten Zuckern einen Schutz vor der Aufnahme der Partikel. „Ich rate Müttern, ihre Kinder möglichst lange zu stillen, am besten über zwölf Monate.“ Säuglinge sollten keinesfalls früh mit Kuhmilchprodukten gefüttert werden, hieß es vom DKFZ.

Anzeige

Bei Erwachsenen sei denkbar, ihnen zum Schutz solche Zucker zu verabreichen – sofern die dauerhafte Einnahme keine Nebenwirkungen habe, so zur Hausen weiter. Ein Verzicht auf Rindfleisch und Kuhmilch im Erwachsenenalter bringe nichts, weil man dann schon infiziert sei. Als weitere mögliche Maßnahmen nannte er Impfungen für Rinder und das Herausfiltern der BMMF aus der Milch.

Harald zur Hausen hatte für die Erkenntnis, dass humane Papillomviren eine Rolle bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs spielen, im Jahr 2008 den Nobelpreis für Medizin erhalten. Seit einigen Jahren befasst er sich mit der Hypothese, dass bei Menschen durch die Ernährung mit Rindfleisch und Kuhmilch Krebs ausgelöst werden kann.

Dabei stießen die Forscher auf ringförmige Erbgutelemente ähnlich den sogenannten Plasmiden von Bakterien – die BMMF. Eindeutig geklärt sei die Natur der Erreger, deren Charakteristika zwischen Viren und Bakterien lägen, bisher noch nicht, hieß es vom DKFZ. Der Annahme nach können die BMMF im Menschen chronisch-entzündliche Reaktionen auslösen, die im umgebenden Gewebe die Krebsentstehung fördern können. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #735550
rp__bt
am Montag, 4. März 2019, 17:32

Hmmm...

Credere non possum.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 27. Februar 2019, 00:24

Monokausale Krebs-Ursachen fragwürdig

Krebsursachen: Sozial- und Krankheitsepidemiologie k e i n Forschungsschwerpunkt von Onkologen.

Der Heidelberger Virologe und Nobelpreisträger Prof. Harald zur Hausen hat sich mit seinem "Milch-Rindfleisch-Faktor" BMF (Bovine Milk Factor) völlig verrannt. Selbst die Kohortenstudie EPIC (European Prospective Investigation in Nutrition and Cancer), an der von 1992 bis 2000 mehr als 500.000 Personen teilnahmen, ergab k e i n e n klaren Zusammenhang zwischen "rotem Fleisch" und Krebshäufigkeit. Lediglich bei Wurstwaren, gepökeltem und/oder weiterverarbeitetem Fleisch ("processed meat") ergab sich eine minimale Risikoerhöhung bei gleichzeitig negativen Lebensstil-, Bewegungs- und Konsumfaktoren im Kontext.

Seltener Darmkrebs in Indien bei rein religiös bedingter (Hindus) Vermeidung von Rinder-Milch ("heilige Kühe") liegt auf der Hand: Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt betrug in Deutschland im statistischen Erfassungszeitraum 2010 bis 2012 bei den Männern 77,72 Jahre und bei den Frauen 82,80 Jahre mit seit 2006-2008 weiterhin leicht ansteigender Tendenz. Quelle:
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Sterbefaelle/Tabellen/LebenserwartungDeutschland.html

In Indien dagegen betrug die Lebenserwartung bei Geburt (männlich) nur 63,31 Jahre. Die Lebenserwartung bei Geburt (weiblich) lag bei 66,31 (Stand 2009) Quelle:
https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Internationales/Laenderprofile/Indien.pdf?__blob=publicationFile
Im Vergleich 2007/09 lag in Deutschland die vergleichbare Lebenserwartung bei den Männern bei 77,33 Jahren und bei den Frauen bei 82,53 Jahren.

Weite Teile der Bevölkerung Indiens erreichen gar nicht das Alter, in dem Prävalenz und Inzidenz von Darmkrebserkrankungen und speziell Dickdarmkrebs statistisch relevant weiter ansteigen. Es gibt deshalb dort k e i n e Präventiv-Koloskopie.

Grundlegende Forschungen zur Tumor-Induktion durch HPV (humane Papilloma-Viren) stammen übrigens auch von Prof. Eiko Petersen/Freiburg: Vgl. https://books.google.co.uk/books?id=1yKh_AT0UZwC&pg=SA7-PA64-IA3&lpg=SA7-PA64-IA3&dq=Prof.+Petersen+Freiburg+Papillomaviren&source
und nicht nur von zur Hausen.

Es ist die Fülle, die Multidimensionalität von Umwelteinflüssen, belebter und unbelebter Natur, physikalischer, chemischer, genetischer, bio-psycho-sozialer Einfluss- und Stellgrößen, verbunden mit Arbeitslast, Disposition, Vulnerabilität, Reaktions- und Abwehrbereitschaft, Immunität, Mutation, familiärer Krankheits- und Alterslast, persönlichem Leid und Traumatisierung, was die eigentlichen Krebs-Problematiken und -Verursachungen ausmachen.

Die WHO belegt weltweit einen Anstieg neu diagnostizierter Krebsfälle zwischen 2008 und 2012. Im Jahr 2012 wurden bei 14,1 Millionen Menschen eine Krebs-Neuerkrankung festgestellt, teilte die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) am 12.12.2013 mit:
http://www.iarc.fr/en/media-centre/iarcnews/index1.php?year=2013
Dies ist mit bedingt durch die in diesen Jahren global gesteigerte Lebenserwartung.

Leben gefährdet sozusagen von Geburt an die Gesundheit. Im hohen Lebensalter steigt das Tumor-Lebens-Risiko überproportional an. Risiken von Milchkuh-Serum, Milch- und Rindfleisch-Faktoren für Brust- und Darmkrebs sind im speziellen Vergleich Deutschland-Indien Spekulation!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

Nachrichten zum Thema

13. Juni 2019
Boston – Der Verzicht auf Steaks, Hamburger und Salami kann möglicherweise das Leben verlängern. Dies kam in einer Analyse von 2 prospektiven Beobachtungsstudien im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2019;
Rotes Fleisch: Steigender Verzehr erhöht Sterberisiko
12. Juni 2019
München – Weltweit wurden bereits diverse Maßnahmen gegen den Konsum zuckerhaltiger Getränke durchgeführt und in Studien evaluiert. Zu den erfolgreichsten Interventionen zählen unter anderem das
Erfolgreiche Maßnahmen gegen den Konsum zuckerhaltiger Getränke
12. Juni 2019
München – Hähnchenfleisch wird in Bayern gemäß eines durch den Bund gewählten Stichprobenschlüssels nur alle zwei Jahre auf antibiotikaresistente Erreger untersucht. Dies geht aus einer Antwort des
SPD kritisiert Kontrollen auf multiresistente Keime bei Hähnchen
12. Juni 2019
Boston – Bluthochdruck, ein zu hoher Salzkonsum und Transfette sind weltweit verbreitete Gesundheitsrisiken, deren Vermeidung nach Berechnungen in Circulation (2019; doi:
Public-Health-Maßnahmen könnten Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern
7. Juni 2019
Karlsruhe – Fertig geschnittene Blattsalate und Sprossen aus dem Supermarkt sind zum Teil mit problematischen Keimen belastet. Das zeigen die heute veröffentlichten Ergebnisse eines dreijährigen
Fertigsalate und Sprossen weiterhin mit potenziell krankheitsauslösenden Keimen belastet
6. Juni 2019
Leipzig – Die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der Länder wollen einen Diskussionsprozess über die Zuckersteuer starten. „Aus unserer Sicht ist die Reduktion von Zucker in Lebensmitteln eine originäre Aufgabe der
Bundesländer streiten über Zuckersteuer
6. Juni 2019
Victoria/Kanada – Der durchschnittliche erwachsene Amerikaner nimmt im Verlauf eines Jahres zwischen 39.000 und 52.000 Plastikpartikel mit der Nahrung auf. Die Exposition steigt auf 74.000 bis 121.000
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER