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Chirurgen setzen auf das Praktische Jahr für die Nachwuchsgewinnung

Dienstag, 26. Februar 2019

/s_l, stockadobecom

Nürnberg – Der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) will seine Nachwuchs­arbeit ausbauen und dabei unter anderem auf das Praktische Jahr (PJ) setzen. „2025 werden wahrscheinlich 10.000 Chirurgen fehlen. Wir können es uns einfach nicht leisten, Studierende im PJ zu verprellen“, sagte der BDC-Präsident Hans-Joachim Meyer nach dem Bundeskongress Chirurgie Ende Februar in Nürnberg. „Wir müssen bei den aktuellen Forderungen der Studierenden, das Praktische Jahr zu verbessern, ganz klar Stellung beziehen und unseren Teil beitragen“, sagte er. Es sei bekannt, dass das PJ ein wichtiges Entscheidungsmoment ist, in die Chirurgie zu gehen oder nicht. „In den nächsten Monaten werden wir deshalb weitere Projekte mit Studierendenvertretern entwickeln. Auf jeden Fall müssen wir bemüht sein, die PJler im chirurgischen Arbeitsalltag in das bestehende chirurgische Team einzubinden“, betonte Meyer. 

Das Ende Januar erschienene „Berufsmonitoring Medizinstudierende“ signalisiert, dass das Interesse der Medizinstudierenden an der Chirurgie sinkt. Die Umfrage erfolgt seit 2010 alle vier Jahre durch die Universität Trier im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und in Kooperation mit dem Medizinischen Fakultätentag (MFT) und der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd). 

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Bei der Befragung 2018 konnten sich 24,3 Prozent der befragten Medizinstudierenden eine Weiterbildung in der Chirurgie vorstellen. 2010 waren es noch 29,3 Prozent der Befragten. Offenbar sinkt die Attraktivität auch während des Studiums: Während in der Vorklinik noch 32,4 Prozent der Studierenden für die Chirurgie als Berufsziel votierten, gaben in den klinischen Semestern nur noch 21,3 Prozent und im PJ nur noch 18,1 Prozent die Chirurgie als ein Wunschfach an.

„Primär chirurgische Fachgebiete müssen schnellstmöglich die gelebte und vermittelte Arbeitskultur und die Arbeits­bedingungen überdenken, um den starken Attraktivitäts­verlust abzupuffern“, warnte Peter Jan Chabiera von der bvmd bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #109757
Loewenherz
am Mittwoch, 27. Februar 2019, 14:12

Jahrelang wurde sich auf den miesen Umgang noch was eingebildet...

Hat man im PJ doch auch erlebt "Haken und die Schnauze halten", "sind sie eigentlich dumm?", es wurde bei Unzufriedenheit mit der "Spitzenbetonung" nach 4h OP auch mal nach dem PJ geworfen. Erklärungen? Fehlanzeige. Dazu schlechte Weiterbildung (Operationen erst als Oberarzt) und keine Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Izbicki sinngemäß letztes Jahr noch "man kann nur ein guter Chirurg, oder ein guter Vater sein, aber niemals beides". Jetzt das Geheule und die große Läuterung. Mal sehen wie lange man braucht, bis es sich durchsetzt.
LNS

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