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Vermischtes

Überlebende nach Krebs leiden oft unter körperlichen, seelischen und sozialen Folgen

Dienstag, 26. Februar 2019

/WavebreakMediaMicro, stockadobecom

Heidelberg – Viele Menschen, die eine Krebserkrankung überstanden haben, leiden noch Jahre und Jahrzehnte später unter körperlichen, seelischen und sozialen Folgen. Das berichten Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) im Fachmagazin Cancer Spectrum (2019; doi: 10.1093/jncics/pky031).

Die Wissenschaftler um Volker Arndt befragten für die Studie über 6.000 Langzeit-Krebsüberlebende. Etwa ein Drittel der 6.057 Teilnehmenden betrachteten sich auch fünf bis 15 Jahre nach der Diagnose noch als Krebspatienten. Arndt leitet die Arbeitsgruppe „Cancer Survivorship“ am DKFZ. Er ist außerdem Leiter des Epidemiologischen Krebsregisters Baden-Württemberg.

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In Deutschland leben ungefähr 4,4 Millionen Männer und Frauen mit oder nach einer Krebserkrankung. Mehr als die Hälfte sind Krebs-Langzeitüberlebende, also Menschen, deren Krebsdiagnose mehr als fünf Jahre zurückliegt. 

„Bandbreite und Ausmaß der Spätfolgen sind sehr vielfältig. Patienten und Angehörige, die uns kontaktieren, berichten von Fatigue, Neuropathie, Depressionen und Angst ebenso wie von familiären, beruflichen und finanziellen Problemen. Hinzu kommen Organschäden, zum Beispiel an Herz, Lunge und Nieren. Auch über Störungen der Fruchtbarkeit und Sexualität klagen viele“, erläutert Susanne Weg-Remers aus dem DKFZ.

Die Experten fordern daher eine gesetzlich geregelte und umfassende Langzeit­nachsorge für diese Menschen. „Die Ergebnisse der Befragung zeigen, wie wichtig für Langzeitpatienten die Aspekte individuelle Erfahrung und subjektive Wahrnehmung sind. Beides sollte bei der Entwicklung von neuen Versorgungsmodellen unbedingt Berücksichtigung finden“, betont Arndt. © hil/aerzteblatt.de

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TURKAN
am Mittwoch, 27. Februar 2019, 10:30

Danke für die Information

Ich fühle mich angesprochen, da ich seit meiner Brustkrebserkrankung merke, dass es nicht mehr so rund läuft wie vor der Erkrankung. Die Leichtigkeit des Seins fehlt. Von ärztlicher Seite ist da aber bisher eher Abwehr als Hilfe zu spüren. Psychoonkologische Betreuung ohne Stigmatisierung wäre gut. Aushalten muss ich es, aber eine Gruppe zu finden, in denen Menschen mit ähnlichen Wahrnehmungen zu finden sind, ist schwierig. Ich werde mir überlegen selbst eine solche zu gründen.
LNS

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