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Medizin

Rauchen in der Schwangerschaft erhöht ADHS-Risiko der Kinder

Mittwoch, 27. Februar 2019

/andriano_cz, stockadobecom

Turku – Der Nachweis von Cotinin, einem Abbauprodukt von Nikotin, im Blut von Schwangeren war in einer Fall-Kontroll-Studie in Pediatrics (2019; doi: 10.1542/peds.2018-3144) dosisabhängig mit einer erhöhten Inzidenz der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) bei den Kindern verbunden.

Die Auswirkungen des Tabakrauchens in der Schwangerschaft auf das werdende Kind werden häufig unterschätzt. Epidemiologische Studien haben jedoch ergeben, dass Rauchen zu intrauterinen Wachstumstörungen führen kann. In den USA ist das Rauchen während der Schwangerschaft für 5 bis 8 % der Frühgeburten, 13 bis 19 % der Mangelgeburten, 23 bis 34 % der plötzlichen Kindstode (SIDS) und 5 bis 7 % der Todesfälle durch Frühgeburten verantwortlich. Auch die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) wurde in der Vergangenheit bereits mit der intrauterinen Exposition mit den Schadstoffen des Tabakrauchs in Verbindung gebracht. Es blieben jedoch Zweifel, da das Rauchverhalten der Mütter stets durch Fragebögen erhoben wurde.

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In der Finnish Maternity Cohort Biobank wurden dagegen im ersten und zweiten Trimenon Blutproben der Schwangeren auf Cotinin untersucht. Ein Team um Roshan Chudal von der Universität Turku hat die Daten von 1.079 Schwangeren, bei denen Cotinin nachgewiesen wurde, mit der gleichen Zahl von Kontrollen verglichen, die nicht geraucht hatten. Die späteren ADHS-Diagnosen der Kinder, die in den Jahren 1998 und 1999 geboren worden war, wurden durch einen Abgleich mit anderen Datenbanken ermittelt.

Ergebnis: Die Kinder von Schwangeren mit einem positiven Cotininnachweis erkrankten später zu 9 % häufiger an ADHS. Die Odds Ratio von 1,09 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,06 bis 1,12 signifikant. Dabei wurden der sozioöko­nomische Status der Mutter, das Alter der Mutter, die mütterliche Psychopathologie, das väterliche Alter, die väterliche Psychopathologie und das Geburtsgewicht des Kindes berücksichtigt.

Das Risiko war dosisabhängig. Die Kinder von Müttern mit einem hohen Zigaretten­konsum (Cotininkonzentration über 50 ng/ml) erkrankten mehr als 2-mal so häufig wie die Kinder von Nichtraucherinnen (Odds Ratio 2,21; 1,63 bis 2,99). Beim Zehntel der Mütter mit den höchsten Cotininkonzentrationen war das Risiko sogar mehr als 3-fach erhöht (Odds Ratio 3,34; 2,02 bis 5,52).

In Finnland rauchen 7 % der Schwangeren. Die Zahl der rauchenden Frauen hat in den westlichen Ländern seit den 1970er-Jahren zugenommen – ebenso die Zahl der ADHS-Diagnosen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #749369
Ambush
am Donnerstag, 28. Februar 2019, 15:43

Mütter mit ADHS , die rauchen und ADHS genetisch auf die Kinder weitervererben, Korrelation ist nicht gleich Kausalität

https://www.adhspedia.de/wiki/Nikotin
Avatar #749369
Ambush
am Donnerstag, 28. Februar 2019, 15:41

Anteil der Raucher und Raucherinnen bei ADHS deutlich erhöht - Henne-Ei-Problem

Bei Betroffenen mit ADHS findet man überdurchschnittlich viele Raucher , bis zu 50% . Wodurch ist geklärt, dass die hohe ADHS-Rate bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft geraucht haben, nicht zustande kommt durch einen hohen Anteil dieser Mütter mit selbst mit ADHS , die in der Schwangerschaft geraucht haben?
Avatar #651910
thyriris
am Mittwoch, 27. Februar 2019, 20:59

und wieder werden Frauen ...

... für all das verantwortlich gemacht, was aus ihren Kindern wird. Bald werden wir da sein, dass nicht nur das Baby totalüberwacht wird während der Schwangerschaft, sondern auch die Mutter. Schließlich will die Gesellschaft keine Kinder mit ADHS. Und hat es dann ADHS, hat wahrscheinlich die Mutter in der Schwangerschaft geraucht... alles klar!
Als wäre das eine Erkrankung mit klarer eindimensionaler Ursache-Wirkungs-Beziehung.

Klar ist Rauchen in der Schwangerschaft schädlich, das will ich nicht in Abrede stellen. Aber tut doch bitte nicht so, als könne die Frau mit allem, was sie tut, das "Backofen-outcome" beeinflussen. Es ist einfach lächerlich, wie sehr diese angeblichen Einflüsse immer mehr überhöht werden.
Frauen sind keine Backöfen!
siehe hier (schon was älter)
http://storchodernabel.blogspot.com/2016/03/ein-brief-einen-oberarzt-oder-einen.html
LNS

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