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Sport steigert Lebensqualität von Brustkrebs­patientinnen auch während der Behandlung

Mittwoch, 27. Februar 2019

/Racle Fotodesign, stockadobecom

Berlin – Auf die besondere Bedeutung sportlicher Aktivität bei einer Brustkrebs­erkrankung hat die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) hingewiesen. Eine moderne Strahlentherapie trage zwar maßgeblich zu einer Heilung bei, verstärke aber auch häufig die Symptome des typischen onkologischen Erschöpfungssyndroms (Fatigue-Syndrom). „Gerade bei Fatigue hilft kein Medikament so gut wie der frühzeitige Beginn sportlicher Aktivität“, sagt der DEGRO-Experte Martin Halle vom Zentrum für Prävention und Sportmedizin der Technischen Universität München.

Laut der DEGRO liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate von Brustkrebspatientinnen bei 88 Prozent, die Zehn-Jahres-Überlebensrate bei 82 Prozent. Dennoch haben die meisten Frauen in unterschiedlichem Ausmaß mit direkten körperlichen Neben­wirkungen zu kämpfen, aber auch mit mental-kognitiven, psychosozialen oder psychisch-seelischen Folgen.

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Mehrheit aller Krebspatienten leidet unter Fatigue-Syndrom

Die Fatigue-Problematik gilt dabei als eine Hauptursache einer reduzierten Lebensqualität. Sie geht einher mit einer allumfassenden Erschöpfung, Kraft- und Antriebslosigkeit, sowie ständiger Müdigkeit, die sich durch Schlaf nicht bessert. Konzentrationsschwäche, Angst, Depressivität und andere Symptome können hinzukommen und das tägliche Leben der Betroffenen schwer einschränken. Insgesamt leidet die Mehrheit aller Krebspatienten zumindest zeitweilig darunter.

Meistens reduzieren die Patientinnen nach der Diagnose und mit der Therapie ihre körperliche Aktivität. Halle empfiehlt bewusstes Gegensteuern: Außerhalb der Klinik sollten die Patientinnen nach Möglichkeit die Alltagsaktivitäten beibehalten oder möglichst wieder aufzunehmen. „Dies ist ein erster Schritt in die Richtung Aktivität. Im Idealfall wird eine vorher schon ausgeübte Sportart direkt weitergeführt“, erläutert er. Nach der aktuellen Studienlage habe sportliche Aktivität für Frauen mit und nach Brustkrebserkrankungen nur positive Wirkungen. „Wenn es möglich ist, kann und sollte bereits während der Strahlentherapie einem Fatigue-Syndrom mittels körperlichen Aktivitäten entgegengewirkt werden“, rät er.

Empfohlen wird neben Ausdauersport wie Walking, Radfahren oder Schwimmen, auch ein regelmäßiges Krafttraining ein- bis zweimal die Woche. „Die Patientinnen müssen keinen Hochleistungssport betreiben, aber jede sollte individuell auf dem aktuellen Leistungsstand trainieren. Das kann für eine ältere Patientin mit fortgeschrittenem Tumorstadium bedeuten, täglich zehn Minuten spazieren zu gehen. Für eine jüngere, fitte Patientin kann das trotz aktueller Chemotherapie jedoch auch bedeuten, dreimal die Woche 45 Minuten joggen zu gehen“, so Halle.

Starke Evidenz der positiven Aspekte sportlicher Aktivität

„Die Evidenz zu den positiven Effekten sportlicher Aktivität gilt heute als so stark – besonders bezüglich Fatigue und Lebensqualität, aber zunehmend auch hinsichtlich einer Rezidivprophylaxe und dem Überleben –, dass ich allen Bestrahlungs­patientinnen sportliche Aktivität empfehle“, ergänzt auch Stephanie Combs, DEGRO-Pressesprecherin. Auch zuvor sportlich inaktive Frauen sollten die Erkrankung als Beginn eines sportlich aktiven Lebens nehmen. „Wichtig ist, dass man eine individuell geeignete Sportart findet und sich anfangs nicht überfordert, aber das Level allmählich steigert“, so Combs. © hil/aerzteblatt.de

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