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Ärzteschaft

Ambulante Versorgung zunehmend weiblich

Freitag, 1. März 2019

Ärztin im Patientengespräch /Kzenon, stock.adobe.com
/Kzenon, stock.adobe.com

Hamburg – Schon in fünf Jahren werden mehr Frauen als Männer in der ambulanten Versorgung tätig sein. Die Reputation ambulant tätiger Ärztinnen bleibt dennoch sowohl unter Patienten als auch Fachkollegen schlechter als das Ansehen der männlichen Kollegen. Das geht aus einer Studie hervor, die die Stiftung Gesundheit jährlich seit 2005 mit dem Fokus auf niedergelassene Ärzte durchführt, um Trends und Entwicklungen im Gesundheitssektor zu untersuchen.

Analysiert wurden rund 240.000 Ärzte, Zahnärzte und Psychologische Psychothera­peuten, die in der ambulanten Patientenversorgung in Deutschland tätig sind. Auf Basis des Ist-Zustands erstellte die Stiftung anschließend eine Hochrechnung der Medizinerdemografie für die kommenden fünf und zehn Jahre.

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„Bei den angestellten Ärzten und Zahnärzten haben die Frauen zahlenmäßig schon jetzt mit den Männern gleichgezogen“, beschreibt Studienleiter Konrad Obermann die Situation. Bei den Praxisinhabern dagegen dominierten – noch – die männlichen Kollegen, die etwa 60 Prozent der niedergelassenen Ärzte und Zahnärzte stellen.

In Zahnarztpraxen kommt der Wandel schneller an als in Arztpraxen

In beiden Gruppen wird die Zahl der Frauen aber laut der Studie deutlich ansteigen: Insgesamt sind aktuell bundesweit 54 Prozent Männer und 46 Prozent Frauen in der ambulanten Patientenversorgung tätig. In fünf Jahren werden die Frauen mit einem Anteil von 51 Prozent hier die Mehrheit stellen.

Am schnellsten sichtbar wird der Wandel in den Zahnarztpraxen, wo der Anteil der weiblichen Angestellten am schnellsten wächst: In den nächsten fünf Jahren steigt er um 10,1 Prozentpunkte. Der Anteil der weiblichen Zahnarztpraxisinhaber legt in diesem Zeitraum um 5,1 Prozentpunkte zu.

Bei den niedergelassenen Ärzten nimmt der Anteil der weiblichen Kräfte in den nächsten fünf Jahren ebenfalls schnell zu: Bei den weiblichen Angestellten legt er um 7,7 Prozentpunkte zu. Für den Anteil der Praxisinhaberinnen wird ein Plus von 4,8 Prozentpunkten prognostiziert.

Auch bei den Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten steigt die Anzahl der praktizierenden Frauen. „Der Wandel fällt allerdings weniger drastisch aus, denn hier sind Frauen schon heute in der Mehrheit“, berichtet Obermann. Bei den Praxisinhabern liegt die Frauenquote derzeit bereits bei 73,6 Prozent, bei den Angestellten sogar bei 84,2 Prozent.

Frauen in der Medizin kämpfen mit Vorurteilen

Eine Auswertung des Arzt-Auskunft ergab: Trotz dieser Entwicklung bewerten sowohl Patienten als auch Fachkollegen die Leistungen von Frauen in der Medizin im Schnitt schlechter als die von Männern.

So war der Anteil der Ärzte, die eine „positiv ausgezeichnete“ Patientenzufriedenheit aufweisen, durchweg größer als der Anteil der Ärztinnen, die eine solche Auszeichnung haben (Praxisinhaber: 29,2 versus 22,7 Prozent; Angestellte: 16,2 versus 10,4 Prozent). Einzige Ausnahme sind die angestellten Psychologischen Psychotherapeuten, bei denen es keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gab (Praxisinhaber: 10,8 versus 7,1 Prozent; Angestellte: 3,7 versus 3,7 Prozent).

Ein ähnliches Muster zeichnete sich bei der Reputation ab. Hierfür befragt die Stiftung seit 2007 alle Ärzte, die in der Versorgung tätig sind. Der Anteil der Leistungserbringer mit einer besonders hohen Reputation lag bei männlichen Praxisinhabern aus der Humanmedizin bei 10,1 Prozent. Die weiblichen Kolleginnen erreichten nur fünf Prozent. Noch drastischer war die Differenz bei den angestellten ambulanten Humanmedizinern: 7,4 versus 2,2 Prozent.

„Dies geschieht, ohne dass es dafür auf den ersten Blick sachliche Gründe gibt“, bemerkt Obermann. „Es geht nun darum, herauszufinden, worauf diese Wahrnehmung beruht und ob sich mögliche Verzerrungen aktiv ändern lassen.“

© gie/EB/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Montag, 4. März 2019, 18:06

Völlig am Thema vorbei

Was ist wichtiger, Reputation der Ärzte oder Anzahl der Ärzte?

Dass Frauen eine niedrigere Reputation haben, ist sehr ärgerlich, vor allem, weil sie vielfach besser sind. Aber viel wichtiger ist bzw. wäre, dass Frauen tendenziell weniger Stunden am Patienten arbeiten als Männer. Was folgt daraus in logischer Konsequenz?

Pro ausscheidendem Arzt muss man mit 1,x bis 2,y Nachfolgern rechnen, wenn man das bisherige Angebot beibehalten will. Das heißt, man muss deutlich !!!! mehr Ärzte für den Job begeistern, um keinen Einbruch zu erhalten.

Kennen Sie irgendwelche Maßnahmen, die das berücksichtigen?

Ich nicht.
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