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Mobiles digitales System soll Schlaganfall­patienten im Alltag unterstützen

Freitag, 1. März 2019

/Bits and Splits, stockadobecom

Leipzig – Wissenschaftler der Universitätsmedizin Leipzig und des Instituts für Angewandte Informatik (InfAI) entwickeln einen sogenannten PostStroke-Manager. Er soll eine Lücke bei der Nachsorge der Patienten schließen. Die sächsische Staats­ministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch überreichte Ende Februar einen Fördermittelbescheid über zwei Millionen Euro für das Projekt, an dem Neurologen, Informatiker und Allgemeinmediziner gemeinsam arbeiten.

„Durch dieses Projekt wird es gelingen, mittels digitaler Prozesse die Nachsorge der Patienten mit Schlaganfall weiter zu verbessern. Gerade die Prävention von erneuten Schlaganfällen ist dabei wichtig“, sagte die Ministerin.

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Im Rahmen des Projekts entwickeln Mediziner und Informatiker zusammen mit weiteren Partnern ein Webportal, das die Behandler zusammenbringt. So können das Akutkrankenhaus, der betreuende Hausarzt und eventuelle Schlaganfalllotsen, die den Patienten im Jahr nach dem Schlaganfall betreuen, Details zur Behandlung und des Gesundheitszustands des Patienten nachvollziehen und miteinander teilen. Dies soll Informationslücken schließen und eine optimale, individualisierte Therapie ermöglichen.

„Wir wollen damit ein Netzwerk spannen, das den Patienten auch außerhalb des Krankenhauses bestens versorgt. Ziel ist es, die Defizite nach dem Schlaganfall besser abzubauen und gleichzeitig zu verhindern, dass neue Ereignisse nachkommen“, erläuterte Dominik Michalski, Projektleiter und Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig sowie Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Leipzig. 

Für den Patienten konzipieren und programmieren die Wissenschaftler zudem eine Smartphone-App, die Vitalparameter wie Blutdruck und Herzfrequenz überwacht und zugleich den Alkohol- und Nikotinkonsum sowie die Medikamenteneinnahme erfassen kann. Zum anderen zeichnet sie anhand von Sensoren an den Handgelenken des Patienten seine Bewegungsmuster auf. Diese und weitere für die Erkrankung relevante Informationen erhalten Patient und Hausarzt in strukturierter Form.

„Die Patienten bleiben Eigentümer ihrer Daten und können festlegen, mit wem sie die Informationen teilen möchten. Im Konzept von PostStroke-Manager sind strenge Datenschutzregeln integriert“, erklärte Galina Ivanova Projektleiterin und Direktorin des Interdisziplinären Kompetenzzentrums Biomedical Data Science des InfAI. 

Der PostStroke-Manager soll den Schlaganfallpatienten perspektivisch ein Leben lang begleiten können. Ziel ist es, seine Wiedereinstiegschancen in den Beruf zu erhöhen sowie seine Selbstbestimmung und Gesundheitskompetenz zu stärken. 

In einer Pilotstudie wollen die Wissenschaftler Webportal und Patienten-App testen und validieren, um zu sehen, wie das System vom Patienten angenommen wird und welche Auswirkungen zu erzielen sind. © hil/aerzteblatt.de

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