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Ausland

Unicef warnt vor Fehlinformationen und Nachlässigkeit im Kampf gegen Masern

Freitag, 1. März 2019

/dpa

Paris – Angesichts des weltweiten Anstiegs der Masernfälle hat das UN-Kinder­hilfswerk Unicef vor Fehlinformationen und Nachlässigkeit im Kampf gegen die ansteckende und potenziell tödliche Krankheit gewarnt. In 98 Ländern nahm die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr zu, wie Unicef heute erklärte. Dabei sind zehn Staaten für drei Viertel des Anstiegs verantwortlich, darunter mit Frankreich auch einer der reichsten Industriestaaten, wo die Krankheit leicht zu vermeiden wäre.

Trotz wirksamer Vakzine sind die Masern auf dem Vormarsch

Die Zunahme der Masernfälle sei ein „Weckruf“, sagte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Obwohl es einen sicheren, wirksamen und preiswerten Impfstoff gegen die hoch ansteckende Krankheit gebe, seien die Masern wieder auf dem Vormarsch. Fore warnte vor „verheerenden Folgen“ für Kinder weltweit, sollte die Weltgemeinschaft angesichts des Anstiegs nichts unternehmen.

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Während in einigen Ländern bewaffnete Konflikte für die Zunahme der Masernfälle verantwortlich sind, wird die Entwicklung in vielen anderen Staaten durch eine Anti-Impf-Bewegung vorangetrieben. Deren Anhänger verbreiten in Onlinenetzwerken die medizinisch unhaltbare Behauptung, es gebe einen Zusammenhang zwischen Masernimpfungen und Autismus.

Fehlinformationen, Misstrauen und Nachlässigkeit

Die Entwicklung drohe die Erfolge jahrzehntelanger Arbeit im Kampf gegen die Masern zunichte zu machen, warnte Unicef-Vertreterin Fore. „Fast alle diese Fälle sind vermeidbar – und trotzdem stecken sich Kinder in Ländern an, wo es ganz einfach keine Entschuldigung dafür gibt“, sagte sie. „Masern mögen die Krankheit sein – aber allzu oft stellen Fehlinformationen, Misstrauen und Nachlässigkeit die wahre Infektion dar.“

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hatte die Ablehnung von Impfungen kürzlich zu einer der zehn größten globalen Gesundheitsbedrohungen erklärt, weil vor allem die medizinisch mögliche Ausrottung der Masern durch die in den Industrieländern verbreitete Verweigerung von Impfungen verhindert werde.

Stärkster Zuwachs an Masernfällen in der Ukraine

Masern können tödlich sein, insbesondere in ärmeren Ländern mit einer schlechteren Gesundheitsversorgung. Nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO stieg die Zahl der Masernfälle im vergangenen Jahr weltweit um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, 136.000 Menschen starben an der Infektionskrankheit. Den stärksten Zuwachs an Fällen verzeichnete die Ukraine: Dort wurden 2018 insgesamt 35.120 Fälle registriert, rund 30.000 mehr als im Vorjahr. In Brasilien stieg die Zahl der Fälle von null im Jahr 2017 auf 10.262. In Frankreich wurden 2.269 Masernerkrankungen mehr registriert als im Vorjahr. © afp/aerzteblatt.de

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