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Ärzteschaft

Angestellte Ärzte in Praxen arbeiten durchschnittlich weniger als die Hälfte als selbstständige Ärzte

Freitag, 1. März 2019

/thodonal, stockadobecom

Berlin – Angestellte Ärzte in Praxen arbeiten durchschnittlich rund 23 Stunden in der Woche – ohne die Zeiten für Praxismanagement und Fortbildungen. Dies entspricht etwas weniger als der Hälfte der wöchentlichen Arbeitszeit von selbständigen Ärzten. Letztere lag im Jahr 2017 bei durchschnittlich 49 Wochenstunden.

Das geht aus dem jüngsten Bericht 2016 des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (ZI) im Rahmen des sogenannten Zi-Praxis-Panels hervor. Basis sind die Daten von 5.762 Praxisinhabern und 613 angestellten Ärzten.

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Mit der stetigen Zunahme angestellter Ärzte in der ambulanten Versorgung gehe die durchschnittliche Arbeitszeit je Arzt und die Zeit für Patienten zurück, hieß es aus dem Zi. Das Institut verwies auf die „Arztzeituhr“, welche die Kassenärztliche Bundes­vereinigung (KBV) am 23. Januar 2019 vorgestellt hat. Demnach geht der Versorgung alle vier Stunden ein Arzt „verloren“. 

Dieser Verlust entstehe, weil immer mehr Ärzte in Anstellung arbeiteten, viele sich eine stärkere Vereinbarkeit von Arztberuf und Familie wünschten und es daher auch im niedergelassenen Bereich viele Teilzeitarbeitsmodelle gebe, erläuterte Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorsitzender der KBV, bei der Vorstellung der Arztzeituhr. „Die angestellten Ärzte leisten eine medizinisch hervorragende Arbeit, aber ihr zeitliches Wirken ist logischerweise durch Arbeitsverträge auf maximal 40 Stunden begrenzt“, ergänzte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. 

Mit dem Zi-Praxis-Panel untersucht das Zi die Kosten- und Versorgungsstrukturen in den Praxen niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten. Ziel ist, mit insgesamt rund 7.000 Praxen, die sich kontinuierlich an der Erhebung beteiligen, eine über alle Fachgruppen und Regionen repräsentative Datengrundlage für Analysen der Kosten- und Versorgungsstrukturen in Deutschland zu schaffen. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #672734
isnydoc
am Sonntag, 3. März 2019, 21:15

Schwupp-di-wupp-Einigung mit Ver.di (nach Warnstreiks)

Aber Ver.di ist nun mal keine Körperschaft des öffentlichen Rechts und blamieren möchte sich auch nicht vor diversen Lantagswahlen in diesem Jahr!
"Die Gehälter sollen um acht Prozent, mindestens aber 240 Euro steigen, sagte Ver.di-Chef Frank Bsirske. Die Laufzeit der Tarifeinigung solle 33 Monate betragen."

Avatar #88767
fjmvw
am Sonntag, 3. März 2019, 10:41

KBV ist auf halber Strecke eingeschlafen

Wenn ein Arzt einen Zustand festgestellt hat, was folgt üblicherweise als Nächstes? Abhilfemaßnahmen.

Was macht die KBV, wenn sie feststellt, dass pro neue hinzukommenden Arzt nur 50% der Arbeitskapazität eines ausscheidenden Arztes geleistet wird?

Die KBV macht nichts. Gar nichts. Ihr scheint es zu reichen, die Zahlen des ZI, immerhin erst von vor drei Jahren - die Situation dürfte sich also weiter verändert haben, einfach vozustellen.

Was auch immer die KBV ist, eines ist sie mit Sicherheit nicht: Interessenvertretung der Ärzteschaft.
Als Teil des Staatsapparates hätte man von der KBV vielleicht noch erwarten können, den Befund "nach oben" zu melden und womöglich noch Maßnahmen zur Korrektur vorzuschlagen. Nicht einmal das kann die KBV.

Noch schlimmer geht sicherlich. Bisher tut die KBV nichts, damit es besser ist. Sie könnte jetzt noch aktiv etwas unternehmen, damit es noch schneller noch schlechter wird.

;-)
LNS

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