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Ausland

Suchtstoff­kontrollrat warnt vor laxer Kontrolle von medizinischem Cannabis

Dienstag, 5. März 2019

/dpa

Wien – Der vermehrte Einsatz von Cannabis zu medizinischen Zwecken birgt nach Ansicht des Internationalen Suchtstoffkontrollrats (INCB) große Risiken. Ungenügend regulierte Cannabisprogramme für medizinische Zwecke könnten dazu führen, dass die Droge auch außerhalb dieses eng begrenzten Rahmens genutzt werde und so die öffentliche Gesundheit beeinträchtigen könne, schreibt das Gremium in seinem heute in Wien veröffentlichen Bericht.

„Es gibt sehr viele Missverständnisse über die Sicherheit, Regulierung und Verteilung von Cannabis – besonders dort, wo der Gebrauch für Freizeitzwecke legalisiert wurde oder Cannabis-Programme für medizinische Zwecke erweitert werden“, sagte der INCB-Präsident Viroj Sumyai. Aufgrund dieser Entwicklung drohten generell die Risiken von Cannabis in den Hintergrund zu rücken.

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Kanada hatte 2018 den legalen Zugang zu Cannabis für nichtmedizinische Zwecke ermöglicht. Auch in einigen US-Bundesstaaten ist ein Bezug von Cannabis nicht nur zu medizinischen Zwecken möglich. In Uruguay kann Cannabis schon seit 2013 erworben werden.

Auch durch Gerichtsurteile werde die Zweckbindung von Cannabis geschwächt, hieß es. So hätten Gerichte in Südafrika und Mexiko die Beschränkung auf medizinische Zwecke für verfassungswidrig erachtet.

Zugleich bekannte sich das Gremium zu einer stärkeren medizinischen Nutzung der schmerzstillenden Droge. Der Rat appellierte an die Regierungen, mehr zu tun, um das unnötige Leiden von Menschen, die keinen Zugang zu Schmerzmitteln hätten, zu beenden. In Deutschland können sich Patienten seit zwei Jahren medizinisches Cannabis regulär beim Arzt verschreiben lassen.

Der INCB überwacht die Einhaltung der UN-Drogenkontrollverträge über den Anbau, die Produktion und Verwendung von Suchtmitteln.

© dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #725920
Syntaxie
am Dienstag, 5. März 2019, 17:26

Risiken ?

>Der vermehrte Einsatz von Cannabis zu medizinischen Zwecken birgt nach Ansicht des Internationalen Suchtstoffkontrollrats (INCB) große Risiken. <
Ja definitiv !
Und zwar für die Profitgier der Hersteller von Suchtgiften, welche als Botenstoff Wiederaufnahme o. Abbauhemmer bekannt sind, als "Antidepressiva" beworben werden und blinde Aggressionen auslösen können. Dazu bewirken solche Substanzen noch das Wuchern von nutzlosen zusätzlichen synaptischen Verbindungen, weil aus synaptischem Spalt austretende Botenstoffe das Signal - Verbindung ausgelastet - darstellen. Auch Jugendlichen wird solches Zeug aufgeschwatzt und damit die Umstrukturierung im Hirn und freie Persönlichkeitsentwicklung behindert ! Absetzen/Entzug kann z.B. Krampfanfälle bewirken !

Um das zu vertuschen, stellt man Cannabis vornehmlich nur als primitives Betäubungsmittel gegen Schmerzen hin. Und unterschlägt dabei, daß das immer gern isoliert in den Vordergrund gezerrte THC eine stimulierende Substanz und quasi Anandamidersatz ist. Nivelliert durch andere Inhaltsstoffe und kombiniert mit natürlichen sortenabhängigen Substanzen hat nachrangiges THC ernstzunehmendes antidepressives Potenzial
LNS

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