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Politik

Akademisierung der Hebammenausbildung: FDP fordert Bund zum Handeln auf

Dienstag, 5. März 2019

/Rafael Ben-Ari, stockadobecom

Berlin – Bei der Novellierung der Hebammenausbildung gibt es noch Abstimmungs­bedarf zwischen Bund und Ländern. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag hervor. Der Richtlinie 2005/36/EG der Europäischen Union (EU) zufolge muss die Ausbildung von Hebammen und Entbindungspflegern in den EU-Staaten bis zum 18. Januar 2020 auf eine Hochschul­ausbildung umgestellt sein. Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium hat dazu Anfang Januar dieses Jahres Eckpunkte vorgelegt.

Auf die Frage der FDP-Fraktion, ob die Zahl der benötigten Studienplätze bis zum 18. Januar 2020 vollständig bereitgestellt werden könne, schreibt die Bundesregierung: „Die Länder sind für die Einrichtung von Studienplätzen zuständig. Die Bundes­regierung prüft derzeit unter anderem, ob es für einen Übergangszeitraum erforderlich und möglich sein wird, die fachschulische Ausbildung neben dem dualen Hebammenstudium aufrecht zu erhalten.“ Hierzu tausche sich die Regierung im Rahmen des Bund-Länder-Begleitgremiums mit den Bundesländern aus, das den Novellierungsprozess begleite.

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FDP warnt vor Chaos bei der Umsetzung der Akademisierung

Im Ausbildungsjahr 2017/2018 hätten sich dem Statistischen Bundesamt zufolge 2.110 Personen in der Ausbildung zur Hebamme und zum Entbindungspfleger befunden, heißt es weiter in der Antwort. Die Anzahl der bisherigen fachschulischen Ausbildungs­plätze sei ein Indikator für den zukünftigen Bedarf an Studienplätzen. Die Anzahl der Studienplätze werde dabei von den Ländern festgelegt. Und der Bedarf an Lehrpersonal für die akademische Hebammenausbildung sei abhängig von der Anzahl der Studiengänge, die durch die Länder geschaffen würden.

Die FDP-Fraktion kritisiert, dass die Bundesregierung auf die Zuständigkeit der Bundesländer verweist. „Gerade aus den Ländern werden Forderungen laut, dass die Bundesregierung die für die Akademisierung der Hebammenausbildung notwendigen Rahmenbedingungen vorgeben muss – und zwar schnell“, erklärte Katrin Helling-Plahr von der FDP. Es bedürfe unter anderem einer entsprechenden Ausbildungs- und Prüfungsordnung, zukünftiger Finanzierungsregelungen und ausreichender Übergangs­fristen. „Wenn Spahn nicht schnell handelt, wird die Umsetzung der Akademisierung in völliges Chaos ausarten“, meinte Helling-Plahr. „Und das in Zeiten eines Hebammen­mangels.“ © fos/aerzteblatt.de

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