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Ärzteschaft

Jonitz fordert Kurskorrektur in der Gesundheitspolitik

Dienstag, 5. März 2019

/juli_lenets, stockadobecom

Berlin – Die Ärztekammer Berlin hat ein Umdenken in der Gesundheitspolitik gefordert: „In über 40 Jahren kleinteiliger Gesundheitsreformen haben die Fremd­bestimmung der Gesundheitsberufe, die Bürokratie, die Kosten und die weiche Rationierung zugenommen“, kritisierte Kammerpräsident Günther Jonitz Anfang der Woche in Berlin. Damit reagierte Jonitz auf eine Äußerung des Vorsitzenden des Sachverständigenrates Gesundheit, Ferdinand Gerlach. Dieser hatte in einem Interview mit der Zeitung Welt erklärt, Patienten müssten vor zu viel und falscher Medizin geschützt werden.

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Jonitz machte dagegen für Probleme des Gesundheitswesens vor allem die politische Fehlsteuerung der vergangenen Jahrzehnte verantwortlich. „Wer mit wenig Aufwand gute Medizin betreibt, wird per Gesetz mit Honorarabzug bestraft und nicht etwa belohnt“, kritisierte der Kammerchef. Die Einführung des Fallpauschalensystems habe wie vorhergesagt zu schlechterer Medizin bei höheren Kosten geführt.

Statt auf „Markt“ und „Wettbewerb“ zu setzen, sollten seiner Ansicht nach Kooperation und gemeinsame Verantwortung im Fokus der Patientenversorgung stehen. Jonitz forderte den Gesetzgeber auf, sich weniger nach den Eigeninteressen einzelner Player und mehr nach Patientenwohl und -sicherheit zu richten: „Die permanente Diffamierung und die Suche nach Schuldigen für angebliche Missstände sind Teil des Problems, nicht der Lösung“, so der Kammerpräsident. © hil/sb/aerzteblatt.de

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fjmvw
am Mittwoch, 6. März 2019, 11:15

Jonitz - keine Ahnung aber Klappe weit aufreißen

Hätte Jonitz von Ökonomie auch nur den Hauch einer Ahnung, würde er sich folgende Aussage verkniffen haben:
"Statt auf „Markt“ und „Wettbewerb“ zu setzen, sollten seiner Ansicht nach Kooperation und gemeinsame Verantwortung im Fokus der Patientenversorgung stehen. "

Wann bildet man eine Kooperation? Wenn man sich von der Kooperation Vorteile bzw. einen Nutzengewinn verspricht. Eine Kooperation wird als nur auf Grund von ökonomischen Vorteilen eingegangen werden. Wird sie dagegen „von oben“ verordnet, ohne dass sie für die Beteiligten Vorteile hat, stellt eine Kooperation eine glatte Ressourcenverschwendung dar.

Von einem Ärztekammerpräsidenten erwarte ich, dass er nicht Dinge miteinander vermischt, die nichts miteinander zu tun haben. Eine gute Patientenversorgung wird man nur erreichen können, wenn man Markt und Wettbewerb zulässt. Alles andere führt zu Ressourcenverschwendung. Und wie das Wort schon sagt, Verschwendung kann für die Patientenversorgung nicht gut sein.
LNS

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