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Lehrerverband warnt vor Gefahren bei dauerhafter Umstellung auf Sommerzeit

Dienstag, 5. März 2019

/dpa

Berlin – Der Deutsche Lehrerverband fürchtet für den Fall einer dauerhaften Umstellung auf Sommerzeit gesundheitliche Gefahren für Schüler. „Die Wahrscheinlichkeit für Schlaf- und Lernprobleme, Depressionen und Diabetes wird nachweislich massiv erhöht“, erklärte Präsident Heinz-Peter Meidinger heute in Berlin. Er forderte die Bundesregierung auf, die potenzielle Einführung dauerhafter Sommerzeit in Deutschland zu verhindern.

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Meidinger verwies auch auf steigende Unfallrisiken, weil Millionen Schüler dann „zwei Monate länger bei absoluter Dunkelheit ihren morgendlichen Schulweg antreten müssten“. In der EU wird an der Abschaffung der Zeitumstellung gearbeitet, die zweimal im Jahr erfolgt. Voraussichtlich Ende März wird das EU-Parlament darüber abstimmen. Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten stehen aber noch aus.

Der Landeschef der Grünen in Nordrhein-Westfalen, Felix Banaszak, forderte die Bundesländer zu Planungen für einen späteren Unterrichtsbeginn auf. Dies sollte zumindest an den weiterführenden Schulen geprüft werden, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Ansonsten sitzen die Schulkinder bis zur großen Pause in der Dunkelheit. Er selbst verwies zugleich aber auch auf Probleme, die berufstätigen Eltern bei späterem Schulstart entstehen könnten. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 6. März 2019, 14:37

Chrono-biologischer Unfug: "Cloxit" jetzt!

Wenn der Deutsche Lehrerverband für den Fall einer dauerhaften Umstellung auf Sommerzeit gesundheitliche Gefahren für Schüler befürchtet und behauptet: "Die Wahrscheinlichkeit für Schlaf- und Lernprobleme, Depressionen und Diabetes wird nachweislich massiv erhöht", ist das chrono-biologischer Unfug.

Auch die jetzige Winterzeit konnte doch bisher nie verhindern, dass es in den dunkelsten und kältesten Monaten am Morgen und am Abend stockdunkel ist. Wo blieb da der Aufschrei der Empörung des besserwisserischen Deutschen "Oberlehrer"-Verbands?

Und übrigens: Nördlich des nördlichen Polarkreises und südlich des südlichen Polarkreises wird der Schulbetrieb wegen der langdauernden Polarnächte auch nicht eingestellt!

Wind-, Sonnenschein-, Dunkelheits- und Niederschlags-Intensität oder -Dauer bzw. die Vier-Jahreszeiten mögen schwanken. Sonnenstand, Erdachsen-Neigung und -Rotation blieben über Jahrhunderte stabil. Das Lichtfenster von Newgrange als großes jungsteinzeitliches, ca. 5.000 Jahre altes Hügelgrab in der irischen Grafschaft Meath am Fluss Boyne/IRL belegt das jedes Jahr zur Wintersonnenwende.

Dieses Phänomen wurde entdeckt, als am 21. Dezember 1967 Professor M. J. O’Kelly im inneren Heiligtum des Newgrange-Ganggrabs einen blassen Sonnenstrahl der Wintersonne durch eine Öffnung im Dach über dem Haupteingang beobachtete, der den Gang entlang wanderte und die Zentralkammer in ein goldenes Leuchten tauchte.

Genau die wissenschafts- und erkenntnistheoretisch geradezu infantil mit angeblichen Energie-Einsparungen bzw. Veränderung der Sonnenscheindauer begründeten zwei Zeit-Umstellungen europaweit pro Jahr zerstören willkürlich die "innere Uhr" des Menschen und die darauf fußenden chrono-biologischen Erkenntnisse.

Es wird Zeit, dass sich EU-weit endlich die Vernunft bei diesen obsolet-sinnlosen Zeitumstellungen durchsetzt. Von mir aus könnte man sich auch auf der Mitte einigen: Sommerzeit Minus 30 Minuten, Winterzeit Plus 30 Minuten.
"ICH HABE FERTIG!"

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z. Zt. Mauterndorf/A)
Avatar #594506
lupus1955
am Mittwoch, 6. März 2019, 09:50

Zeitumstellung

ich finde die Diskussion um die Zeitumstellung und welche Zeit ohne Zeitumstellung dauerhaft währen soll so überflüssig wie nur etwas, z.B. der sprichwörtliche Kropf.
Für was hält sich das menschliche Geschöpf eigentlich, dass es glaubt, natürliche Zyklen, die immerhin seit Millionen, sogar Milliarden Jahren auf irdische Lebewesen einwirken, aus vermeintlich wissenschaftlichen Gründen stümperhaft verändern zu müssen?
Die Krönung der Schöpfung entwickelt sich zunehmend zum fatalen Gegenteil. Wenn Aristoteles dies vorausgesehen hätte, hätte er wohl einen vorsichtigeren Begriff gewählt.
Avatar #105266
Dr.Felsch
am Mittwoch, 6. März 2019, 09:10

Mehr morgendliche Unfälle in westlichen Landesteilen?

Wäre es tatsächlich der Fall, daß auf dem Schulweg mehr Unfälle auftreten, wenn es noch dunkel ist, müßte dieser Effekt in Ländern nachweisbar sein, deren Zeitzone breiter als 1 Stunde wie z.B. in Norwegen, der Ukraine oder der Türkei. Dort ist es um dieselbe Uhrzeit in westlichen Landesteilen noch dunkel, wenn im Osten die Sonne aufgeht. Ist dieser Effekt nachweisbar, indem im Westen mehr Schulwegunfälle passieren?
Kein Zweifel besteht an erhöhten Unfallraten nach der jährlichen Zeitumstellung. Diese gehört abgeschafft. Wenn ich die Wahl habe, dann möge es bitte abends etwas länger hell bleiben statt mich im Sommer schon kurz nach 4 Uhr morgens von der Sonne wecken zu lassen. Die dauerhafte Sommerzeit käme auch und gerade den jungen Menschen entgegen, die ohnehin abends nicht ins Bett wollen und morgens nicht raus mögen. Die Schule könnte etwas später beginnen.
Avatar #88255
doc.nemo
am Mittwoch, 6. März 2019, 08:30

Re: Zeitumstellung/Frühbeginn

Ob wir die normale MEZ oder eine ganzjährige MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit) erhalten, spielt keine Rolle - entscheidend ist, dass die halbjährliche Umstellung entfällt. Nichts spricht dagegen, bei einer MESZ den Unterrichtsbeginn einheitlich auf 8.30 oder 9 Uhr festzusetzen. Man muss es nur wollen. Ich habe jedoch den Eindruck, die klassischen Unterrichtszeiten dienen weniger den Bedürfnissen der Schüler, sondern mehr denen der Lehrer, die den freien Nachmittag schätzen.
Avatar #752363
psychbrwg
am Dienstag, 5. März 2019, 19:44

Zeitumstellung/Frühbeginn

Es ist im Interesse vieler, diesen typisch deutschen „Frühbeginnwahn“, der traditionell mit sog. Tugenden verbunden wird, grundsätzlich durch spätere Anfangszeiten für alle, besonders für Schüler*innen, zu begegnen. Die Nachteile des Frühbehinns sind wissenschaftlich lange belegt. Nicht das Versorgungsinteresse der Eltern, sondern die Gesundheit und Lernfähigkeit der Kinder muss über allen stehen. Aber auch nahezu die Hölfte der Erwachsenen sind betroffen. Bei den „Späten“ mit erheblichen Folgen, erreichen sie ihren Leistungspeak dich erst viel später und sind früh kaum leistungsfähig. Eine permanente und teilweise das Berufsleben überdauernde Benachteiligung. Schon 1 Stunde Verschiebung des Beginns wäre vorteilhaft.
LNS

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