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Blutdoping-Skandal weitet sich aus

Mittwoch, 6. März 2019

/dpa

Frankfurt am Main – Der Blutdoping-Skandal um einen Arzt aus Erfurt weitet sich aus. Im Zuge der Ermittlungen ist ein weiterer Skilangläufer in Österreich festgenommen worden. Wie die Staatsanwaltschaft Innsbruck mitteilte, hätten es die neuen Ermittlungsergebnisse erforderlich gemacht, „den Mann heute Mittag über Anordnung der Staatsanwaltschaft festzunehmen“.

Der Verdächtige habe zuvor selbst aufgrund seiner Angaben die Ermittlungen in Deutschland gegen den Sportmediziner Mark S. aus Erfurt in Gang gebracht. Zur Identität des Langläufers machte die Behörde keine Angaben. Nähere Auskünfte zur Verdachtslage und zum Ermittlungsstand könnten zunächst nicht gemacht werden. Zuerst hatte die Kronen-Zeitung über die Festnahme berichtet.

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Das österreichische Bundeskriminalamt erwartet, dass dies längst noch nicht das Ende ist. „Ich bin überzeugt davon, dass es noch weitere Beschuldigte geben wird“, sagte der leitende Ermittler Dieter Csefan in einem Interview der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Er schließt nicht aus, dass weitere Athleten Blutdoping gestehen werden, „weil sie mit einer Selbstanzeige verhindern, dass sie eingesperrt werden. Die Verdunklungsgefahr als Haftgrund fällt weg“.

Nach den Razzien bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld und in Thüringen waren unter anderem fünf Langläufer in den Fokus der Ermittler gerückt. Sie haben alle Blutdoping gestanden. Weitere WM-Teilnehmer sind laut Csefan nicht betroffen: „Wir können ausschließen, dass es weitere Athleten in Seefeld gegeben hat, die von dieser Organisation bedient worden sind.“ Das gelte nach derzeitigem Ermittlungsstand auch für österreichische Betreuer.

Eingeräumt hat der estnische Ski-Langläufer Algo Kärp im Interview der Tageszeitung Õhtuleht, die Dienste des Sportarztes Mark S. in Anspruch genommen zu haben. „Ich konnte mit dieser Lüge einfach nicht weiterleben“, sagte er. Kärp ist der achte Sportler, der nach den Razzien in Seefeld und Erfurt geständig ist.

Csefan zeigte sich erstaunt über die Dreistigkeit, mit der die mutmaßlichen Drahtzieher und die Sportler vorgegangen seien. „Das läuft schon seit Jahren, da gab es kein Unrechtsbewusstsein“, sagte der Kriminalbeamte. Wie man aus den Vernehmungen wisse, bestehe der Kontakt der österreichischen Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf zu dem Arzt seit Jahren. Die Vernehmung des Erfurter Arztes soll nächste Woche in München stattfinden.

Unterdessen hat der österreichische Radsportverband im Zuge des Skandals die Radprofi Stefan Denifil und Georg Preidler suspendiert. Wie der Verband mitteilte, wird ihnen vorgeworfen, Eigenblutdoping angewendet zu haben. Während Denifil gestanden hat, die Methode genutzt zu haben, hatte Preidler nach einer Selbstanzeige erklärt, dass er sich Blut abnehmen ließ, aber es nie rückgeführt habe. © dpa/aerzteblatt.de

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