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Berufskrankheit durch Tonerstaub muss einzeln nachgewiesen werden

Mittwoch, 6. März 2019

/pressmaster, stockadobecom

Darmstadt – Atemwegsbeschwerden durch Tonerstaub sind grundsätzlich kein Grund für eine Berufskrankheit, weil der Staub nicht generell krank macht. Im Einzelfall könne zwar eine Verursachung nachgewiesen werden, allerdings nur durch einen arbeitsplatzbezogenen Inhalationstest, der eine allergische Reaktion nachweise, wie der 9. Senat des Hessischen Landessozialgerichts in Darmstadt in einer heute veröffentlichten Entscheidung betonte (Az.: AZ L 9 U 159/15).

Das Gericht gab im vorliegenden Fall damit der gesetzlichen Unfallversicherung Recht, die sich gegen das Anliegen eines 63-jährigen Manns gerichtet hatte, der seine zunehmenden Atemwegsbeschwerden als Berufskrankheit anerkennen lassen wollte. Der 63-Jährige hatte knapp vier Jahre lang in einem Kopierladen gearbeitet.

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Er habe täglich in einem 30 Quadratmeter großen Raum zwischen 5.000 und 10.000 Blatt kopiert und gedruckt. Die gesetzliche Unfallversicherung des Manns lehnte die Anerkennung als Berufskrankheit ab, weil ein Kausalzusammenhang zwischen dem Beruf und der Erkrankung nicht belegt werden könne.

Diese Ansicht bestätigte das Landessozialgericht. Der 63-Jährige habe schon vor seiner Tätigkeit im Druckerraum an Heuschnupfen und Asthma gelitten. Tonerstaub enthalte allergische Stoffe, jedoch sei nicht nachgewiesen, dass in welchem Maß der Mann diesen Stoffen ausgesetzt gewesen sei.

Das lasse sich auch nicht mehr ermitteln, weil sein früherer Arbeitsplatz mittlerweile umgestaltet worden sei. Zudem sei der Versicherte im konkreten Fall nicht bereit gewesen, sich einem arbeitsplatzbezogenen Inhalationstest zu unterziehen. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Revision wurde nicht zugelassen.

© afp/may/aerzteblatt.de

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