NewsPolitikKrankenhäuser in NRW schockiert über fehlende Förderung für Pflege und Digitalisierung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenhäuser in NRW schockiert über fehlende Förderung für Pflege und Digitalisierung

Mittwoch, 6. März 2019

/dpa

Düsseldorf – Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) hat die Entscheidung von Krankenkassen und Landesgesundheitsministerium kritisiert, die durch den Bundesstrukturfonds abrufbaren 210 Millionen Euro für Nordrhein-Westfalen (NRW) für Zukunftsthemen nicht nutzen zu wollen.

Ge­sund­heits­mi­nis­terium und Krankenkassen in NRW hätten kürzlich vereinbart, in den Jahren 2019 und 2020 nur die Schließung und Konzentration von Klinikstandorten zu fördern, bemängelt die KGNW und verweist dabei auf eine gemeinsame Erklärung zu den Förderschwerpunkten in der Förderperiode 2019/2020 Bundesstrukturfonds.

Anzeige

„Vor dem Hintergrund des bekannten Investitionsstaus in den Kliniken und den Herausforderungen bei Pflege und Digitalisierung sind wir schockiert über diese Entscheidung“, sagte KGNW-Präsident Jochen Brink. Landesregierung und Krankenkassen sei der Abbau der Krankenhausversorgung anscheinend wichtiger als die Investitionen in die Zukunft der Patientenversorgung in NRW.

Die Verbesserung der IT-Sicherheit von Krankenhäusern und der Einsatz von digitalen Anwendungen wie Telemedizin sowie die Schaffung zusätzlicher Ausbildungs­kapazitäten für Krankenpflegeberufe seien aber auf Bundesebene als neue Förder­tatbestände in das Gesetz aufgenommen worden. „Wir brauchen dringend einen Digitalpakt Krankenhaus. Bund und Land sollten angelehnt an das gleichnamige Milliardenprogramm für die Schulen auch Fördermittel für die Digitalisierung der Krankenhäuser zur Verfügung stellen“, erklärt der KGNW-Präsident.

Er bemängelte auch, dass viele Pflegestellen heute nicht mehr besetzt werden könnten, da es an Pflegekräften fehle. Die Krankenhäuser sollten und wollten mehr ausbilden. Anlauf- und Umstellungskosten auf die generalistische Pflegeausbildung, die die Attraktivität des Berufsbildes Pflege gerade steigern soll, würden aber von Land und Krankenkassen nicht übernommen. Investitionen in die Pflegeschulen und Mietkosten von Pflegeschulen fördere NRW bisher „allenfalls symbolisch“, so die Krankenhausgesellschaft.

Die Krankenkassen reagierten heute mit Unverständnis auf die Kritik. Der Fonds heiße bewusst Strukturfonds und nicht Investitionsfonds, erklärten Dirk Ruiss, Leiter des Verbandes der Ersatzkassen in NRW, und Matthias Mohrmann, Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg.

Ziel des Fonds müsse die strukturell notwendige Veränderung der Krankenhauslandschaft sein, um vor allem Doppelstrukturen zu beseitigen, Versorgungskapazitäten stärker zu konzentrieren und die Versorgungsqualität zu erhöhen. Ruiss und Mohrmann sehen dafür in NRW „eine Menge Bedarf“. „Von daher halten wir gemeinsam mit dem Ministerium die Verlängerung des Strukturfonds und die Schwerpunksetzung für richtig und sachgerecht“, sagten sie. © may/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

1. Juli 2020
Düsseldorf – Seit heute müssen Betriebe in der nordrhein-westfälischen Fleischindustrie ihre Mitarbeiter zweimal in der Woche auf SARS-CoV-2 testen lassen. Das schreibt eine Allgemeinverfügung des
Schlachthöfe in Nordrhein-Westfalen müssen mehr testen
30. Juni 2020
Berlin – 121 Krankenhäuser in ländlichen Regionen erhalten im kommenden Jahr einen Versorgungszuschlag von 400.000 Euro. Darauf haben sich GKV-Spitzenverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)
121 Krankenhäuser erhalten Versorgungszuschlag
29. Juni 2020
Düsseldorf – Die Menschen im Kreis Gütersloh müssen mindestens eine weitere Woche Einschränkungen im öffentlichen Leben hinnehmen. Nach dem massenhaften Nachweis von Infizierten mit SARS-CoV-2 in
Coronavirus: Einschränkungen in Gütersloh bleiben
29. Juni 2020
Rostock – Das Klinikum Südstadt in Rostock schließt das Wirtschaftsjahr 2019 mit einem Plus von 8,56 Millionen Euro ab. Der Überschuss sei geringer ausgefallen als die im Jahr davor erzielten 11,62
Klinikum Südstadt Rostock 2019 mit Millionen-Plus
26. Juni 2020
München – Der Freistaat Bayern will den Ausbau von Krankenhäusern in diesem Jahr mit rund 341 Millionen Euro fördern. Zudem soll in moderne Technologie mehr investiert werden. Das geht aus dem
341 Millionen Euro für Baumaßnahmen an bayerischen Kliniken
24. Juni 2020
Berlin – Ein klarer politischer Wille ist die Grundvoraussetzung für einen geordneten Strukturwandel im Krankenhausbereich. Das hat Regina Klakow-Franck, stellvertretende Leiterin des Instituts für
Krankenhausstruktur: Experten wünschen sich klaren politischen Willen
24. Juni 2020
Düsseldorf – Die fast 200.000 Pflegekräfte in Nordrhein-Westfalen (NRW) bekommen eine stärkere Stimme im Gesundheitswesen. Der Landtag stimmte heute mit den Stimmen von CDU, FDP und Grünen für die
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER