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Politik

FDP-Vorstoß für liberale Regeln zu Leihmüttern und Sterbehilfe

Mittwoch, 6. März 2019

/pressmaster, stockadobecom

Frankfurt am Main – Der FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae hat sich für liberale Regeln in mehreren Lebensbereichen ausgesprochen. Unter der Überschrift „Selbstbestimmung von der Wiege bis ins Grab“ forderte er in einem Gastbeitrag für das digitale Magazin F.A.Z. Einspruch unter anderem die Freigabe von Eizellenspenden und Leihmutterschaft sowie Straffreiheit für Sterbehilfe.

„Die Politik sollte sich einer modernen Reproduktionsmedizin offen und ohne Abwehrreflexe stellen“, schrieb Thomae. Ethik und Moral bildeten das notwendige Korrektiv zu neuen medizinischen Möglichkeiten wie beispielsweise der Genschere CRISPR/Cas9 oder dem Klonen von Menschen. „Eizellenspende und nichtkommerzielle Leihmutterschaft hingegen müssen auch in Deutschland erlaubt sein“, so der Politiker. Klar müsse aber sein, wer dauerhaft die Verantwortung für die Kinder übernehme.

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Der Selbstbestimmung müsse „auch am Lebensende größtmöglicher Gestaltungs­spielraum eingeräumt werden“, forderte der FDP-Bundestagsabgeordnete. So sei eine aus freiem Willen gebildete Entscheidung gegen das Leben zu akzeptieren. „Wer als Arzt oder Angehöriger aus Mitgefühl und Mitmenschlichkeit einem Suizid assistiert, darf nicht einer strafrechtlichen Verfolgung ausgesetzt sein.“

Zudem gehöre es zur Würde eines Menschen, zu Lebzeiten selbst darüber bestimmen zu dürfen, was nach dem Tod mit dem eigenen Körper geschehe, schrieb Thomae weiter. Damit sei jedoch die Widerspruchslösung für die Organspende unvereinbar. Dabei würden Menschen zum Spender, sofern sie nicht zu Lebzeiten aktiv widersprechen. Der FDP-Politiker plädierte hingegen für eine verpflichtende Entscheidung über die Spendenbereitschaft.

Beim Unterhaltsrecht betonte Thomae die Forderung seiner Partei nach mehr Flexibilität. Dieses müsse mehr Betreuungsmodelle wie etwa eine gemeinsame Erziehung durch beide Elternteile (Wechselmodell) ermöglichen. Überdies sollten auch unverheiratete Väter mit anerkannter Vaterschaft nach einer Trennung die gemeinsame Sorge übernehmen können.

Als weiteren Punkt sprach sich Thomae dafür aus, eine Verantwortungs­gemeinschaft einzuführen, damit Menschen ihr Leben auch außerhalb einer Liebesbeziehung und außerhalb einer Ehe gemeinsam und selbstbestimmt organisieren können. Denkbar seien neben individuell gestalteten Rechten und Pflichten auch steuerliche Anreize, etwa durch Freibeträge bei der Erbschaft- und Schenkungssteuer. © kna/aerzteblatt.de

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