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Mehr als jedes vierte Kind in Niedersachsen ist chronisch krank

Donnerstag, 7. März 2019

/Microgen, stockadobecom

Düsseldorf/Hannover – Mehr als jedes vierte untersuchte Kind in Niedersachsen leidet an einer Erkrankung, die chronisch verlaufen kann. Rund 29 Prozent leiden etwa an Asthma, Neurodermitis und Heuschnupfen, wie eine DAK-Studie ergeben hat. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen, wie ein Sprecher der Krankenkasse heute mitteilte. Dabei wurden 14 Erkrankungen ausgewertet, die chronisch werden können.

„Das sind Erkrankungen, die eine bedeutende Beeinträchtigung des Alltags für Kinder und Eltern mit sich bringen können“, sagte Dirk Vennekold, Leiter der DAK-Niedersachsen. Für den heute vorgestellten Kinder- und Jugendreport hat die Krankenkasse landesweit die Daten von fast 64.000 Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren ausgewertet. Demnach ist fast die Hälfte aller Jungen und Mädchen mindestens einmal im Jahr beim Arzt oder im Krankenhaus. Besonders häufig sind Atemwegserkrankungen.

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Chronische Leiden seien in Niedersachsen häufiger als im Bundesdurchschnitt, betonte der DAK-Sprecher. So sind laut Studie 27 Prozent mehr Kinder als im bundesweiten Schnitt von Asthma betroffen, nämlich 90,8 von 1.000. Auch unter krankhaftem Übergewicht und Rückenschmerzen leiden demnach schon Schulkinder vermehrt. Ab dem zwölften Lebensjahr seien 26 Prozent aller Jungen und Mädchen von Muskel-Skelett-Problemen betroffen.

„Das ist alarmierend, denn frühe Muskel-Skelett-Probleme können im Erwachsenen­alter schwere Rückenleiden nach sich ziehen“, warnte Vennekold. Bei den niedersächsischen Kindern wurden auch mehr psychische Erkrankungen festgestellt, als im Bundesdurchschnitt. So lagen die dokumentierten ADHS-Fälle 21 Prozent darüber: In Niedersachsen waren 49,3 von 1.000 untersuchten Kindern betroffen.

Unterdessen sind Kinder aus der Stadt nach der Studie anders krank als Gleichaltrige vom Land. So haben Stadtkinder deutlich häufiger Karies (plus 31 Prozent). Sie leiden öfter unter krankhaftem Übergewicht und sind stärker von diagnostizierten Verhaltens­störungen und Depressionen betroffen. Landkinder hingegen haben häufiger eine akute Bronchitis.

Für Arzneimittel und Arztbesuche zahlte die DAK-Gesundheit unterm Strich bei Kindern und Jugendlichen aus der Stadt mehr. „Am höchsten ist die Differenz im Arzneimittelbereich“, sagte Vennekold. „Wir haben hier 2016 durchschnittlich für jedes Landkind 162 Euro ausgegeben, für jedes Stadtkind 202 Euro, also knapp ein Viertel mehr“. Das liege vor allem an Verschreibungen von mehr Schnupfen- und Schmerzmitteln. © dpa/aerzteblatt.de

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Practicus
am Donnerstag, 7. März 2019, 22:26

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