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Viele Deutsche unterschätzen Pflegekosten im Alter

Montag, 11. März 2019

/dpa

Bonn – Die Deutschen wissen nach einer neuen Studie zu wenig über Pflegekosten im Alter. Zwei Drittel aller Bundesbürger unterschätzten den Eigenanteil an den Pflegekosten, heißt es in einer jetzt in Bonn veröffentlichten Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank.

Danach meinen 43 Prozent der Befragten ab 18 Jahren, dass die gesetzliche Pflege­versicherung die Kosten für einen vollstationären Pflegeplatz in voller Höhe übernimmt. 21 Prozent schätzen den Eigenanteil auf unter 1.000 Euro. Dabei liegt dieser Anteil derzeit im Bundesdurchschnitt bei rund 1.800 Euro.

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59 Prozent der Befragten gaben an, dass sie zusätzlich für die Pflege im Alter vorsorgen. Ein gutes Drittel aus der Gruppe, die privat vorsorgt (36 Prozent), schafft oder erhält zu diesem Zweck Vermögenswerte; ein weiteres Drittel (33 Prozent) spart dafür. Eine private Pflege­versicherung haben 22 Prozent abgeschlossen.

Die Befragten, die nicht privat für die Pflege im Alter vorsorgen, begründen dies mit Geldmangel (48 Prozent) oder erwarten, dass der Staat für die Kosten aufkommt (44 Prozent) oder denken, dass es ausreicht, in die Pflegeversicherung eingezahlt zu haben (38 Prozent).

Geringe Eigeninitiative zeigen vor allem die über 60-Jährigen: 56 Prozent sehen die Verantwortung für die Pflegekosten in öffentlicher Hand. Im Vergleich dazu erwarten dies nur 37 Prozent der 18- bis 39-Jährigen und 43 Prozent der 40- bis 59-Jährigen.

„Die Unkenntnis über die Kosten der Pflege zieht sich durch alle Bevölkerungs- und Altersschichten“, sagte der Chefvolkswirt der Postbank, Marco Bargel. Es sei „erstaunlich“, dass sogar Menschen im Rentenalter, für die die eigene Pflege ein greifbareres Szenario ist, nicht besser informiert seien.

Aktuelle Berechnungen gehen davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen von 3,3 Millionen im Jahr 2017 auf fünf Millionen bis 2045 anwachsen wird. Ökonomen erwarten vor diesem Hintergrund einen weiteren Anstieg des Beitrags zur gesetzlichen Pflegeversicherung. © kna/aerzteblatt.de

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